Marie Krause-Jausel erkrankte bereits mit 24 an Brustkrebs und will Mut machen

Immer positiv denken

Die Glatze war kein Problem: Marie Krause-Jausel ließ sich auch kahlköpfig auf der Titelseite des Brustkrebsmagazins Mamma Mia abdrucken, heute sind die ehemals hüftlangen Haare wieder etwas nachgewachsen. Foto: Rissmann

Bischhausen. Brustkrebs. Eigentlich war Marie Krause-Jausel aus Bischhausen gerade mitten in der Kinderplanung, das Hochzeitskleid war schon gekauft, da kam diese Diagnose. „Ich hätte nie damit gerechnet, dass ich in so jungen Jahren an Krebs erkranke“, sagt sie.

Kurz nach dieser Hiobsbotschaft stellte sie fest, dass sie tatsächlich Schwanger ist, die Ärzte rieten ihr jedoch von einer Schwangerschaft ab.

Hochzeit zwischen zwei Chemos: Marie Krause-Jausel und ihr Mann Benjamin Krause vor dem Standesamt im Juni 2012. Archivfoto: Berg

Trotz dieser Schicksalsschläge hat sich die 25-Jährige nicht unterkriegen lassen. „An den Hochzeitsplänen zum 30. Geburtstag meines Mannes haben wir festgehalten“, erzählt sie. Zwischen Chemo vier und fünf gings im Juli 2012 zum Standesamt. Einzig das Brautkleid wollte sie ohne Haare nicht tragen, das hängt nun noch im Schrank und wartet auf seinen Einsatz. Denn mittlerweile sind die Haare etwas nachgewachsen und nun soll die kirchliche Trauung samt großer Feier auf der Creuzburg folgen. „Ohne die Krankheit hätten wir nie so groß Hochzeit gefeiert“, sagt sie. Doch der Krebs habe so einiges in ein anderes Licht gerückt. „Ich mache mir heute nicht mehr so viele Gedanken um Kleinkram“, sagt sie. Acht Chemos, Operation und 28 Bestrahlungen, dass vergangene Jahr sei sehr hart gewesen, dennoch findet sie auch etwas Gutes: „Ich weiß, dass ich mich voll und ganz auf meinen Mann verlassen kann, er war immer an meiner Seite“, sagt sie.

Nun ist es ihr ein großes Anliegen anderen Betroffenen Mut zu machen. „Ich habe die Chemos immer als meinen Freund gesehen und nicht als Feind“, erzählt sie. Man müsse eben immer positiv denken. Insgesamt habe sie die Chemos relativ gut vertragen. Und auch ohne Haare kann man schön sein. Sie selbst hat die Glatze nicht gestört, ihre Perücke kam gar nicht zu Einsatz. „Die hat im Winter der Schneemann aufgesetzt bekommen, das sah sehr lustig aus“, sagt sie. Noch wichtiger aber sei es, dass auch junge Menschen die Krebsvorsorge ernster nehmen. „Krebs kommt nicht erst im Alter“, sagt sie. Im Gegenteil, habe sie doch während ihrer Behandlung und Reha viele junge Leute mit Krebs kennengelernt, mit denen sie im regen Austausch steht. „Das sind für mich richtige Helden, die so tapfer alle Behandlungen und Operationen durchgestanden haben“, sagt sie. Wegen ihrer beiden Schwestern und ihrer Nichte habe sie auch einen Gentest gemacht, der allerdings Negativ war. „Trotzdem werden meine Geschwister nun engmaschiger untersucht“, sagt sie.

Von Diana Rissmann

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