Im Werra-Meißner-Kreis gibt es fast unbemerkt noch eine kommunistische Partei

Kleine Partei mit großer Historie: Die DKP im Werra-Meißner-Kreis

Will Antifaschismus und soziale Ungerechtigkeit bekämpfen: Andreas Heine ist Vorsitzender der Deutschen Kommunistischen Partei im Werra-Meißner-Kreis. Foto: Deppe

Werra-Meißner. Es ist eine Partei mit einer großen Geschichte. Die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) gilt inoffiziell als die Nachfolgepartei der 1956 verbotenen Kommunistischen Partei Deutschlands – und, fast unbemerkt, ist sie auch im Werra-Meißner-Kreis aktiv.

Der Vorsitzende des Kreisverbandes ist ein in der Region bekanntes Gesicht. Andreas Heine aus Waldkappel sitzt in der dortigen Stadtverordnetenversammlung für die Grüne Alternative Liste und im Kreistag für die Linke. Der 60-Jährige hat einen Großteil der DKP-Geschichte selbst miterlebt, er trat der 1968 gegründeten Partei bereits acht Jahre später bei. „Die Nähe zur DKP entstand damals durch die Friedensbewegung“, erzählt er, „die Interessen und Ziele waren die gleichen.“

Doch welche Ziele verfolgt die Partei heute? „Ziel der DKP ist eine sozialistische Welt, in der Ausbeutung und Krieg abgeschafft sind“, heißt es auf der Internetseite der Partei. Mit so vielen Kriegen überall auf der Welt könne die Menschheit langfristig nicht überleben, sagt Heine. „Wir brauchen ein besseres Miteinander, zusammen ist viel mehr machbar.“ Zudem prangert er soziale Ungerechtigkeiten an. Dass reiche Menschen immer reicher und arme immer ärmer werden, könne nicht sein. Zudem positioniert sich die Partei ganz klar antifaschistisch. Diesbezüglich sieht Heine in der Region aber keine allzu großen Probleme: „Der Faschismus bei uns im Kreis hat zum Glück keine Strukturen.“ Über die eigenen Mitgliederzahlen schweigt die Partei.

Ende der 80er-Jahre hatte die kommunistische Partei noch eigene Ortsverbände in Hessisch Lichtenau und Eschwege. In Ersterem erreicht die Partei laut Heine fast zehn Prozent der Stimmen bei der Kommunalwahl. Das änderte sich mit dem Zusammenbruch der DDR. „Viele haben uns damals mit dem gescheiterten Sozialismus der Sowjetunion in Verbindung gebracht“, sagt Heine. Dabei nahmen die Mitgleiderzahlen der Partei mit etwas Abstand zur Wende sogar wieder zu. Heute kooperiert der Kreisverband eng mit der DKP Schwalm-Eder. Alle vier bis sechs Wochen kommen die Mitglieder zu Sitzungen zusammen, meist in Melsungen oder Spangenberg.

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