Kreuzfahrt im Kleinformat

Waldkappeler Schiffsmodellbauer feiern Saisonabschluss

Detailverliebt: Das Steuerrad im Modell misst im Durchmesser nur etwa fünf Zentimeter. Foto: Deppe

Waldkappel. Sein Hobby scheint wie eine logische Konsequenz, wenn man sich Jürgen Walczaks Lebensweg ansieht. Aufgewachsen in der Hansestadt Hamburg „konnte er eher rudern als laufen“. Sein Berufsleben schloss sich an eine Tischlerlehre an, handwerkliches Geschick besitzt er. Und so kam der 63-Jährige vor sechs Jahren zum Modellbau.

Walczak ist Mitglied im Modellbauverein Waldkappel, der am kommenden Sonntag, 19. Oktober, ab 10 Uhr am Modellteich hinter dem Schwimmbad der Stadt seinen Saisonabschluss feiert. Den Verein gibt es seit 30 Jahren, derzeit gibt es 20 Mitglieder, „neunzig Prozent davon Rentner“, sagt Walczak. Wie viele andere Vereine auch, haben die Modellbauer mit Nachwuchsproblemen zu kämpfen. Mit kleinen Treffen, wie dem am Sonntag, wollen sie daher auch für den Verein werben.

Die Boote fahren zu lassen, gehört natürlich dazu. Vor allem geht es den Modellfreunden aber darum, die Schiffe so originalgetreu wie möglich nachzubauen. Und dabei geht es nicht nur um die äußere Form. „Die Details sind mindestens genauso wichtig“, sagt Joachim Walczak. Er hat jedes seiner Boote von Grund auf selbstgebaut. Mit Fertigteilen aus einem Baukasten kann man ihm keine Freude machen. In seinem Keller in Grebendorf baut Walczak die Schiffe im Größenverhältnis 1 zu 25 bei größeren Schiffen bis 1 zu 5 bei kleineren nach. Den Schiffsrumpf gießt er in eigens angefertigten Schablonen aus glasfaserverstärktem Kunststoff, das Holzdeck fertig er aus echtem Mahagoni und versiegelt alles mit Bootslack. Technik zum Fernsteuern versteckt sich im Rumpf.

Jedes Detail muss stimmen.

Soweit möglich, bekommen die Boote auch eine Innenausstattung. Über Steuerräder und Rettungsreifen hin zur beleuchteten Mallorcakarte. Die Flak auf einem militärisch anmutenden Schiff schießt mithilfe einer integrierten Pumpe sogar Wasser. Etwa ein halbes Jahr dauert es, bis ein Schiff komplett fertiggestellt wird. Die Kosten können leicht im vierstelligen Bereich liegen. Kleinere Yachten erreichen auf dem See Geschwindigkeiten bis zu 60 Kilometern pro Stunde, größere sind eher etwas gemütlicher unterwegs.

Momentan baut Walczak an einem Schlepper, mit dem umgestürzte oder liegengebliebene Boote an Land gezogen werden können. Bislang haben die Vereinsmitglieder nämlich im Notfall auf Angeln zurückgegriffen, um die Boote an Land zu ziehen. „Da konnte man manchmal auswerfen, bis der Arm lang wurde“, sagt er. Lieber schafft er also aus seine Weise Abhilfe.

Von Lasse Deppe

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