Kreisposaunenfest: Bläser aus Südafrika musizieren mit Chören aus dem Kreis

Musik verbindet Kulturen

Eröffnungsklänge: Mit dem Konzert der Moravian Brass Band Union aus Südafrika unter der Leitung von Tyrone Hitzeroth, dessen Vorfahren aus Waldkappel stammen, wurde das Kreisposaunenfest eröffnet. Fotos: Weber

Waldkappel. Die Vorfahren von Tyrone Hitzeroth hatten Waldkappel verlassen, um nach Südafrika überzusiedeln. Die Liebe zur Musik in der Familie blieb aber, und so leitet Tyrone Hitzeroth heute den Auswahlchor der Herrnhuter Blechbläser-Vereinigung, die „Moravian Brass Band Union“ in Kapstadt.

Vor zwei Jahren besuchten die Musiker Waldkappel schon einmal im Rahmen ihrer Deutschlandtournee, und auch diesmal bildete das Konzert der Bläser-Gruppe in der evangelischen St. Georgskirche am Wochenende den Auftakt zum Kreisposaunenfest. Dabei hatten die jungen Südafrikaner an diesem Tag schon ein ausführliches Programm hinter sich, das Kurt Möller, Leiter des Posaunenchors Waldkappel, für sie ausgearbeitet hatte. Bei einem Besuch in Eisenach sahen sie sich nicht nur die Wartburg an, sondern besuchten auch das Museum, das einem ihrer musikalischen Vorbilder gewidmet ist, das Bach-Haus in der Stadt.

Aus diesem Anlass ließen sie abends im Konzert spontan ein Stück von Bach mit in ihr Programm einfließen. Mit einer Mischung aus Klassik, Eigenkompositionen, Filmmusik und afrikanischem Gospel und Swing begeisterten sie das Publikum in der Kirche. Und auch ohne ihre Instrumente machten die Musiker ein gute Figur als Sänger und Tänzer. Einen traurigen Moment gab es, als Tyrone Hitzeroth erzählte, dass der Chor bei einem Autounfall in diesem Jahr gleich acht junge Leute aus seinem Ensemble verloren hat. Zu ihrem Angedenken spielten die Bläser „Jesus is the one“ von Albert Engel. Im Festgottesdienst am Sonntag musizierten die Gäste aus Südafrika dann gemeinsam mit allen Posaunenchören aus dem Kirchenkreis Eschwege.

Predigt vom indischen Gast

Die Predigt hielt jedoch ein anderer internationaler Gast, der indische Bischof Ravikumar Niranjan, in perfektem Deutsch. Er stellte die Frage, welche Bedeutung die christliche Kirche heute in einer teilweise säkularisierten und von verschiedenen kulturellen Einflüssen geprägten Welt einnehmen müsse? Entschieden wandte er sich dagegen, den christlichen Glauben und den Dienst an Gott zu einer Nebensächlichkeit herabsinken zu lassen, sondern ihn erst zu nehmen. Mit der kräftig gespielten, energetischen „Highland Cathedral“-Hymne beschlossen alle Chöre gemeinsam das Posaunenfest und bescherten dem Publikum noch einmal einen wohligen Gänsehaut-Moment.

Von Kristin Weber

Kommentare