Nachhaltigkeitsgedanke prägt Forstwirtschaft

Nicht mehr Holz schlagen, als wächst

Begehung: Forsteinrichter Reiner Schröder (rechts) sowie Vertreter des Forstames Wehretal erklären den Bürgern wie der Wald in den kommenden Jahren nachhaltig zu pflegen ist. Foto: Salewski

Waldkappel. Nur so viel nutzen, wie nachwächst: Wenn Forsteinrichter Reiner Schröder die hessischen Waldbestände untersucht und deren Nutzung für die nächsten zehn Jahre plant, orientiert er sich vor allem an diesem Nachhaltigkeitsgedanken. Auch bei seinem Gutachten für den Stadtwald in Waldkappel ist er so vorgegangen: Er hat sich den Bestand genau angesehen, die Anteile der verschiedenen Baumarten festgestellt, den Holzvorrat gemessen und die Bewirtschaftung geplant.

Nun hat er seine Vorschläge zu Holznutzung, Waldpflege und Waldverjüngung den städtischen Gremien vorgestellt und anschließend auch interessierte Bürger zur einer Begehung des Stadtwaldes eingeladen.

Der ist mit 700 Hektar nach dem von Bad Sooden-Allendorf immerhin der zweitgrößte im Kreisgebiet und stellt so für die klamme Kommune durchaus eine nicht zu unterschätzende Einnahmequelle dar. So geht der Forsteinrichter von Hessen-Forst für den Planungszeitraum bis 2022 von einem positiven Betriebsergebnis von durchschnittlich rund 38 000 Euro jährlich aus. Das freut Bürgermeister Reiner Adam, der stolz ist auf den Stadtwald: „Der Wald dient nicht nur als Einkommens- und Rohstofflieferant, sondern auch zur Erholung und Entspannung“, sagt er, „wir wollen seine Qualität und Stabiliät für die kommenden Generationen erhalten und verbessern.“

Dafür muss laut Forsteinrichter Reiner Schröder, der bei seinen Planungen die Vorstellungen der jeweiligen Waldeigentümer zugrunde legt, allerdings schon noch einiges getan werden.Vor allem der viel zu hohe Rotwildbestand im Stadtwald Waldkappels bereitet ihm große Sorge: „Die Schälschäden im Stadtwald können nicht toleriert werden“, sagte er bei der Vorstellung seiner Ergebnisse, „das Holz wird dadurch so stark entwertet, dass hier unbedingt eingegriffen werden müss.“ Damit meint er ganz konkret einen deutlich vermehrten Abschuss des Rotwildes.

Melanie Salewski

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