Autobahn 44: Risiko für die Waldkappeler Feuerwehr steigt

Das neue Staffellöschfahrzeug: Bereits im Mai hatte die Feuerwehr Waldkappel um Stadtbrandinspektor Dieter Sandrock das neue Auto erhalten. Foto: Künemund

Waldkappel. Die Feuerwehr Waldkappel ist in naher Zukunft ebenso wie die der Nachbargemeinde Wehretal zuständig für einen Autobahnabschnitt der A 44. Das fordert nicht nur technische Neuerungen, sondern bringt auch andere Herausforderungen und ein höheres Risiko für die Brandschützer mit sich. Wir sprachen mit Stadtbrandinspektor Dieter Sandrock.

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Unfälle auf der Autobahn bedeuten anspruchsvollere Einsätze als auf Bundes- oder Landstraßen, weil meistens mehr Fahrzeuge involviert sind. Genauso verhält es sich mit Bränden in Tunneln. „Unsere Führungskräfte werden in Sachen Tunnelbrand auf der Landesfeuerwehrschule fortgebildet. Wir versuchen das dann bei unseren Übungsabenden auf die ganze Mannschaft runterzubrechen und das Wissen weiterzugeben“, erklärt Sandrock. Das passiert schon seit einigen Jahren, mittlerweile aber häufiger, da die Freigabe des A 44-Abschnitts bei Waldkappel näherrückt. Entscheidend für erfolgreiche Einsätze sei, dass alle Feuerwehrleute auf dem selben Wissensstand sind. „Ein Zahnrad muss ins andere greifen“, erklärt Sandrock.

Technik

Die Anforderungen des Regierungspräsidiums Kassel an eine Autobahn-Feuerwehr richten sich vor allem an die technische Ausrüstung. Deswegen hat die Wehr ein neues Staffellöschfahrzeug bekommen. Es kann 3100 Liter Wasser aufnehmen und verfügt über neun Sitzplätze, eine automatische Schaummischanlage, einen Lichtmast für Einsätze in Tunneln sowie besondere Atemschutzgeräte. Die Neuanschaffung hat rund 280 000 Euro gekostet. Insgesamt muss die Feuerwehr in der Lage sein, 3600 Liter Wasser zum Einsatzort auf der Autobahn zu bringen. Mit einem weiteren Löschfahrzeug funktioniert das.

Personal

„Es wird mehr Arbeit auf uns zukommen“, ist sich Stadtbrandinspektor Dieter Sandrock sicher. Deswegen appelliert er auch an die Arbeitgeber, die Kameraden für Einsätze im Tagesverlauf freizustellen. „Es ist eine wichtige Aufgabe, bei der Menschenleben auf dem Spiel stehen. Auf der Autobahn noch ungleich mehr“, so Sandrock. Mittlerweile gibt es ein spezielles System, das den Durchschnitt der Personalstärke einzelner Wehren zu jeder Tages- und Nachtzeit kennt und dementsprechend mehr oder weniger Nachbarwehren alarmiert. „Gut ist, dass ja vermutlich zunächst nur Abschnitte der Autobahn zwischen Kassel und Eisenach freigegeben werden. Das heißt, wir starten nicht von null auf 100“, sagt Sandrock. Auf lange Sicht brauche man aber mehr aktive Mitglieder mit einer guten Ausbildung.

Risiko

Fakt ist: Risiko und Belastung bei Einsätzen auf der Autobahn werden größer. „Es kann vorkommen, dass mehr Autos in einen Unfall verwickelt sind, als wir das gewohnt sind“, meint der Waldkappeler. Bedeutet: Die Brandschützer sehen mehr Verletzte und vielleicht auch Tote. „Aber das gehört nun mal zum Job, wir haben auch Notfallseelsorgen für sowas.“ Steigen wird auch die körperliche Anstrengung, beispielsweise bei einem Tunnelbrand.

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