Helsa-Freibad droht Schließung: Großalmerode und Waldkappel könnten helfen

Verband als Rettungsanker

Wohin geht’s? Helsa muss die Kosten für sein Freibad ab 2013 allein tragen. Archivfoto: Schindle

Helsa / Großalmerode / Waldkappel. Dem Freibad in Helsa droht die Schließung: Ab 2013 muss ein Defizit von etwa 60 000 Euro pro Jahr finanziert werden. Bisher hatte sich die Gemeinde die Kosten mit Kaufungen jeweils zur Hälfte geteilt, weil auch viele Kaufunger das Bad besuchen. Ab dem nächsten Jahr wird Kaufungen den Zuschuss aber streichen. Zusätzlich muss das Bad saniert werden.

Helsa ist nicht das einzige Bad mit Finanzierungsproblemen. Deshalb haben sich Großalmerode, Hessisch Lichtenau und Waldkappel zu einem Bäderverbund vernetzt. Um Kosten zu senken, wird dort Personal ausgetauscht: Wenn das Hallenbad in Lichtenau im Sommer geschlossen hat, stehen die Bademeister in den Freibädern in Großalmerode oder Waldkappel am Beckenrand.

Auch Helsa war ursprünglich Mitglied in diesem Verbund. Doch 2003 stieg die Gemeinde aus. Die Aufteilung der Bademeister habe nicht mehr funktioniert, sagt Bürgermeister Thilo Küthe (SPD) über die Ursache. Es habe nicht mehr genug Personal für alle gegeben. So wurden Bademeister aus Hessisch Lichtenau zwar nach Waldkappel und Großalmerode geschickt, aber Helsa sei dabei zurückgeblieben, sagt Küthe.

Kehrt Helsa nach dem Stopp der finanziellen Hilfe durch Kaufungen in den Verbund zurück? Prinzipiell sei der Weg offen, sagt Großalmerodes Bürgermeister Andreas Nickel (SPD). „Aus dem Dreierverbund kann auch wieder ein Viererverbund werden.“

Das Bademeister-Problem hat Helsa mittlerweile selbst gelöst: Die Dienste werden von den Städtischen Werken Kassel übernommen. Und im Werra-Meißner-Kreis sind Bademeister weiterhin knapp. Hessisch Lichtenau will sein Hallenbad im Sommer länger öffnen, den Freibädern würde dadurch Personal fehlen.

Müsste langfristig eines der Freibäder in Waldkappel, Großalmerode und Helsa schließen, könnten sich die Gemeinden zusammentun - um wenigstens ein Bad zu erhalten.

Möglich wäre dann ein Shuttle-Bus, mit dem Besucher kostenlos ins Schwimmbad der Nachbarkommune kämen. „Wir arbeiten zunächst einmal aktiv daran, das Helsaer Freibad zu erhalten“, sagt Küthe. Falls dies nicht gelingt, sei der Shuttleverkehr ein denkbares Modell.

Von Irene Habich

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