Sechsstündige Hängebauchschwein-Hatz in Rodebach war erfolgreich

Und da waren’s nur noch zwei

Rodebach. Ein Teil der in Rodebach entlaufenen Hängebauchschweine  konnte am Sonntag von Tierschützern  dingfest gemacht werden.

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Kein Schwein beim Fang

Ursprünglich waren die Hängebauchschweine zu sechst, als sie ihrem Halter entflohen. Schließlich wurde die Rotte nur noch mit fünf Tieren gesichtet. Welches Tier warum fehlt, bleibt ungewiss. Nachdem der erste Versuch engagierter Tierschützer aus ganz Nordhessen fehlgeschlagen war, der Rüsseltiere habhaft zu werden, versprach Tanja Walter, das nächste Mal mit noch mehr Freiwilligen und Betäubungsmittel anzurücken.

Ein martialisch aussehender schwarzer Pick-up und eine Autokolonne von rund zehn Fahrzeugen verrieten es: Tierschützerin Walter und ihre Helfer machten Ernst. Walter, die für die Schweine bereits einen Platz auf dem Gnadenhof des Tierschutzvereins in Asel am Edersee gefunden hatte, konnte neben rund 30 freiwilligen Helfern auch den Vereinsgründer Norman Siegel und seine Frau Corinna für die Schweinejagd gewinnen.

Siegel nahm eine Schlüsselstellung bei der Schweinejagd ein. Nicht nur, dass er in seinem schwarzen Pick-up nützliche Dinge wie einen riesigen Käscher mitführte, er brachte zusätzlich zur nötigen Erfahrung auch ein Blasrohr mit, welches Betäubungspfeile verschießen kann. Tierärztin Regina Korthaus aus Melsungen bereitete das Betäubungsmittel vor. „Das Mittel benötigt rund 15 Minuten, bis es wirkt, ist aber hochdosiert. Das Schwein wird sich auf jeden Fall nach dem Treffer hinlegen“, erklärte Korthaus.

Bilder von der Schweinejagd

Bilder von der Schweinejagd

Nachdem zweieinhalb Stunden nichts passiert war, weil die Schweinerotte untergetaucht zu sein schien, ging dann alles sehr schnell. Die Rotte war endlich an einer Stelle im Bachlauf des Rodebachs gesichtet worden. Siegel verschoss in kürzester Zeit drei Pfeile. Der Enthusiasmus der Tierschützer wurde aber jäh gebremst. Denn die Schweine liefen trotz Treffers weiter fröhlich durch Rodebachs Flur und den Treibern davon. Diese hatten vor allem aufgrund des stark welligen bis hügeligen Geländes in Rodebach meist das Nachsehen.

Diese Tour durch das Rodebachtal wird heute noch manchem in den Gliedern stecken. Dass die getroffenen Tiere sich eben nicht zum Schlafen hinlegten, bedingt sicher der durch den Stress bedingte Adrenalinschub. Allerdings verlangsamten die Tiere tatsächlich ihren Schweinsgalopp nach einer Weile, so dass sich erst eines im Käscher und bald darauf zwei weitere in den Tornetzen des SV Wehretal verfingen. Die früh anbrechende Dunkelheit beendete schließlich die Jagd. Der Tierschutzverein Vöhl freut sich über Spenden, um Betäubungsmittel, Fahrtkosten und Eberkastration zu finanzieren. Kontakt online unter www.erwartetuns.de.

Von Wolfram Skupio

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