100 Dinge, die wir an der Region mögen

Der Kult geht weiter: Weihnachten im Schuppen

Lange Schlange vor dem Schuppen: Am 19. Dezember 2010 strömten die Menschen aus der Region zur Wiedereröffnung des Portrait in Walkappel. Foto: Archiv

Walkappel. Seien es der immer gleiche Geruch von Feiern und Freude oder der Charme eines altehrwürdigen Szenetreffpunkt: Ganz egal, welche Verbindung man zu diesem Laden hat, die Discoteque Portrait ist eines von 100 Dingen, die wir in der Region mögen.

Für viele Menschen im Werra-Meißner-Kreis hat der Schuppen Kultstatus.

DER KULT

Nachdem in dem Schuppen eine Druckerei und eine Schuhfabrik beheimatet waren, kehrte in den Gefilden der Uhlenfängerstadt das Partyleben ein. Für den heutigen Veranstalter Heiko Rossbach-Hitzeroth ist es eine ganz persönliche Bindung, die er zu seinem Laden hat. „Ich bin seit meiner Jugendzeit im Portrait. Es war immer ein Anlaufpunkt für mich und meine Freunde“, sagt Rossbach-Hitzeroth. Nicht nur ihn habe der Schuppen durch seinen Lebensweg begleitet, worin er wiederum den Grund sehe, dass der Laden noch heute von seinem Kult lebt. „Das Porträt gehört einfach zu Kindheit, Jugend und Erwachsenwerden dazu. Dieser Charakter ist heute immer noch da.“

Vorbesitzer Frank Dreyer macht das Musikangebot dafür verantwortlich, dass die Diskothek einen Kontrast zu den anderen Läden bot. „Hier lief überwiegend Rock, das war damals noch selten. Der Kult hat sich dann entwickelt.“, sagt Dreyer.

DIE KRISEN

Nach der anfänglichen Euphorie, durch die Rossbach-Hitzeroth seinen Gästen nach der Übernahme im Jahr 2010 drei Tage in der Woche Programm bot, folgte schnell Ernüchterung. „Es war gar nicht möglich, dieses Programm fortzuführen. Durch Gema und Heizkosten war es ein Draufleger“, sagt der Veranstalter. Nun veranstalte er noch zwölf Events im Jahr, um die Kosten zu decken. Sein Vorgänger kämpfte derweil mit anderen Problemen. „Am Anfang waren es die Punker, die die Gäste abgeschreckt haben. Dann kam die Grenzöffnung, weshalb viele Gäste dann auch mal zum feiern nach Thüringen gefahren sind“, berichtet Dreyer. Man habe dann „billich“- Angebote, wie günstige Getränkepreise gemacht, woraufhin das Publikum wieder gekommen sei.

DIE STIMMUNG

An einen Abend erinnert sich Dreyer besonders gerne. „Das war in den Achtzigern. Der Laden war voll und plötzlich war Stromausfall. Da haben wir einfach ein Auto mit guten Lautsprechern über den Notausgang auf die Tanzfläche gefahren, die Anlage voll aufgedreht. Alle hatten Spaß, als der Strom zurück kam, war die Autobatterie allerdings leer“, erinnert er sich. Auch sein Nachfolger Rossbach-Hitzeroth kann das friedvolle Klima nur bestätigen. „Ich habe hier zwar Türsteher, aber es ist noch nie etwas passiert.“

DIE FORTSETZUNG

Nicht wegzudenken ist die legendäre Weihnachtsparty am ersten Weihnachtsfeiertag. Auch in diesem Jahr öffnet das Porträt um 21 Uhr seine Türen. Dann erwacht die Kultstätte wieder zum leben. Warum der Laden den Beinamen Schuppen trägt, konnte trotz unterschiedlicher Quellen nicht eindeutig geklärt werden.

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