Ausflugstipp: P17 über Waldkappeler Berge  für geübte Wanderer geeignet

Die Ferne so nah: Auf dem Premiumweg 17 über die Waldkappeler Berge bieten sich tolle Ausblicke. Vom Pionierturm auf 415 Metern kann man über die Baumwipfel oberhalb von Waldkappel hinwegblicken. Rundum in den Tälern leuchten die Getreidefelder.

Waldkappel. Den Waldkappeler Bergen verdankt der Premiumweg 17 seinen Namen. Wie gut der Name gewählt ist, zeigt sich schon auf dem ersten Aufstieg zur Centbuche hinauf. Denn auf diesem Weg geht es gefühlt vor allem eines: Immer weiter bergauf.

Der P17 ist anspruchsvoll, und sollte mit seinen 18 Kilometern Länge keinesfalls unterschätz werden.

Ungeübte Wanderer sollten sich erst einmal nur die Hälfte der Strecke vornehmen oder eine der vielen Abkürzungsmöglichkeiten ins Auge fassen. Sage und schreibe fünf überregionale Fernwanderwege kreuzen sich auf den Höhen der Waldkappeler Berge: der 332 Kilometer lange Barbarossaweg (X8), der 190 Kilometer lange Elisabeth-Pfad Eisenach-Marburg, der Ars Natura, Kunst am Wanderweg, der 185 Kilometer lange Frau-Holle-Pfad X4 sowie der Jakobsweg, der am Ende bis nach Santiago de Compostella führt.

Ausblick vom Turm 

Ein guter Einstieg bietet sich in Waldkappel, wo die Wanderer ihre Autos am Stadtpark stehen lassen können. Wer die Tour gemütlich beginnen möchte, kann sich hier erst einmal die die Miniaturen in der Mühlbachklamm anschauen. 2011 wurde auf Initiative des lokalen Bündnisses für Familie diese Besucherattraktion aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts aus dem Dornröschenschlaf geweckt und das Miniaturendorf wieder hergerichtet. Anschließend beginnt der anstrengende Aufstieg zur Centbuche. Der eindrucksvolle, rund 300 Jahre alte Baum markierte einst die Flurgrenze zwischen Bischhausen und Waldkappel. In den 80ger Jahren musste er jedoch gefällt werden, da der Stamm marode war. Nun wächst eine Neue Buche am selben Platz. Nur wenige hundert Meter weiter, wartet der nächste markante Punkt, der Pionierturm.

Über ein metallenes Treppenskelett geht es hier über die Baumwipfel-Grenze hinaus. Wanderer mit Höhenangst sollten dabei tunlichst nicht nach unten schauen. Wer den Aufstieg gemeistert hat, wird oben belohnt mit einem freien Blick auf 360 Grad. Vom Meißner über die Gobert bis in die umliegenden Tälern, in denen jetzt im Juli die Getreidefelder golden leuchten. Danach geht es wieder bergab, parallel zu einem ganzen Bündel Fernwanderwege. Mit der Einrichtung des P 17 wurde an der Beschilderung des Weges gearbeitet und eine ganze Reihe massiver Bänke aufgestellt.

Kühler Schatten im Wald 

Die Premiumwege in der Region müssen höchste Anforderungen erfüllen. Sie werden deshalb alle drei Jahre vom deutschen Wanderinstitut überprüft, ob sie das Siegel auch weiterhin tragen dürfen. Durch die Befragung von Wanderern wurden die optimalen Bedingungen eines Premiumweges Festgelegt. Dieser soll auf schmalen, geschwungenen Pfaden und naturnahen Wegen abwechslungsreiche Landschaften, spektakuläre Aussichtspunkte und eindrucksvolle Sehenswürdigkeiten miteinander verbinden. Als Rundwege führen die Premiumwege stets zum Ausgangspunkt zurück. In den Waldkappler Bergen führt ein Teil des Weges durch schattige Wälder, in denen es sich bei heißen Temperaturen sehr angenehm Wandern lässt. Andere Teile des P17 führen durch die malerischen Felder zwischen Rechtebach, Friemen und Burghofen, wo die Zeit stehengeblieben scheint, oder am Waldrand entlang.

Reste gotischer Baukunst 

In Rechtebach gibt es eine Kirche mit Resten gotischer Bausubstanz zu bewundern. Nur leider ist die Tür verschlossen. Am Aussichtsturm Ziegenküppel bieten sich dann Einblicke direkt in die Erdgeschichte, denn hier, an Knots-Keller, wölbt sich eine Höhle aus Muschelkalk auf. Funde von fossilen Muschelschalen beweisen, dass sich hier einst der Boden eines Meeres erstreckte. Vom Aussichtsturm bietet sich erneut ein toller Rundblick. Besonders deutlich wahrnehmbar ist die Stille, die in diesem Tal herrscht, weitab von größeren Verkehrswegen. Nur die Flügel der Windkraftanlagen drehen sich gemächlich in der Ferne. Über einen Kletterpfad geht es anschließend hinunter nach Burghofen.

Wer jetzt noch Kraft genug hat, kann die zweite Hälfte des Weges antreten und über Friemen nach Waldkappel zurückwandern. Ansonsten empfielt es sich, ein Auto an der Kirche abzustellen.

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