1000 Besucher bejubeln Coverband von den Bee Gees am Wanfrieder Hafen

Sorgten für einen gefühlvollen Abend: Die Band Night Fever, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Hits der Bee Gees so authentisch wie möglich zu spielen. Aufgetreten sind die am Wanfrieder Hafen. Foto:  Möller

Wanfried. Augen schließen, die Seele baumeln lassen, die Ohrwürmer der 70er-, 80er- und 90er-Jahre dreier Legenden aus Manchester und Down Under genießen: die Band „Night Fever - the very best of the Bee Gees" ließ am Freitagabend auf dem historischen Terrain des Wanfrieder Hafens keine Wünsche offen.

Michael Zai als perfekte Verkörperung von Barry Gibb, der unnachahmliche Franco Leon als Mann mit einem Stimmumfang von dreieinhalb Oktaven und einer Bühnenpräsenz, die ihresgleichen sucht, und Uwe Haselsteiner, Musikproduzent und Songschreiber sowie virtuoser Keyboarder und Pianist als Maurice Gibb, verkörperten die Brothers Gibb - dafür steht der Künstlername Bee Gees -, drei Brüder, die mit ihrem typischen Falsett-Gesang die Musikwelt eroberten.

„Keine andere Band kommt dem Original so nah. Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Hits der Bee Gees so authentisch und perfekt wie möglich zu interpretieren und dabei trotzdem der Show ihre persönliche Note zu verleihen“, so ist es in ihrer Biographie zu lesen und kein Jota geschönt. Und dann war da noch Peti van der Velde. Die Holländerin sorgte mit ihrem ausdrucksstarken Gesang für magische Momente im Hafen.

Ansonsten nahm das Trio an der Front und das Trio dahinter (mit Helmut Scholz an der Gitarre, Frank Laudes am Bass und Cay Rüdiger am Schlagzeug), die rund 1000 Fans im Hafen mit auf eine Zeitreise, die mit „Spicks and Specks“, „To Love Sombody“, „I started a joke“, „Massachusetts“, „World“, „Words“ oder „I’ve Gotta Get a Message to You“ 1967 und 1968 ihren Anfang genommen hatte.

Dem Bruch 1969 folgte 1975 die Neubelebung dank der Disco-Welle mit Welthits wie „Stayin’ Alive“, „Night Fever“ oder „How Deep is Your Love“. Die allgemeine Pop-Phase der Achtziger und Neunziger spülte die Bee Gees mit „You Win Again“ oder „“Alone“ wieder nach oben, ehe sich 2003 mit dem Tod von Maurice Gibb das Ende der Band abzeichnete.

Umso mehr erinnert Night Fever - the very best of the Bee Gees an jene Musik, die einen stets trefflichen Blick auf den popkulturellen und musikalischen Zeitgeist unterschiedlichster Epochen erlaubt. Und das haben hoffentlich auch die Zaungäste registriert, die die kostenfreie Benutzung der Werrabrücke nutzten, um sich vor dem Eintritt zu drücken.

„Wir sind dennoch zufrieden, denn wir haben unserem Publikum die wohl beste Tribute-Band der vergangenen Jahre präsentiert“, resümierte Wolfgang Mandel, Cheforganisator vom Hafenverein. „Hinzu kam, dass die zu Beginn vorherrschende Skepsis bei der Band schon bald in Begeisterung umgeschwenkt ist, was nicht zuletzt auch die Fülle der Zugaben zum Ausdruck bringt.“

Franco Leon und seinen drei Mitstreitern hat es auf jeden Fall in Wanfried gefallen, zumal man mit viel Elan den drohenden Regen „weggespielt“ hatte und daher gerne wieder an die Werra zurückkehren würde - frei nach dem Motto „How Deep is Your Love“.

Von Dieter Möller

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