Freie Wohnungen in  Seniorenresidenz am Bahnhof 

+
Dr. Helmut Pippart vor der Seniorenresidenz im alten Bahnhof: Neben der Uhr prangt der Schriftzug Café. Das ist in der Vergangenheit etwas eingeschlafen. Pippart würde es mit prächtigen Konditor-Torten und gutem Kaffee gerne wiederbeleben.

Wanfried. In der Seniorenresidenz im alten Bahnhof kann man stilvoll alt werden - privat oder in Gemeinschaft. Jetzt sind wieder Wohnungen frei.

Drei Jahre haben Dr. Helmut Pippart und sein Sohn Jan saniert und renoviert, damit der alte Wanfrieder Bahnhof auch wieder in altem Glanz erstrahlt. Acht Seniorenwohnungen sind entstanden, dazu ein Café - alles getreu im Stil des beginnenden 20. Jahrhunderts. Seit 2005 wohnen hier die ersten Rentner. Zum ersten Mal gibt es wieder freie Plätze.

Von 1902 bis 1981 verkehrten Züge auf der Strecke zwischen Eschwege und Eisenach und hielten auch in Wanfried. Als das stattliche Bahnhofsgebäude nicht mehr gebraucht wurde, kaufte Pippart das Haus der Bahn ab. „So ein Gebäude darf man doch nicht verkommen lassen“, sagt Pippart. Die Umbauphase hat einige Zeit in Anspruch genommen, weil die Pipparts auf jedes Detail geachtet haben. „Alles wurde genauestens mit der Denkmalschutzbehörde abgesprochen“, sagt Pippart. Der historische Boden aus dem 1904 errichteten Gebäude wurde erhalten, die Inneneinrichtung detailgetreu aus dem Pippart’schen Fundus ausgewählt. Die Fliesen aus der Herrentoilette hat Pippart persönlich aus einem abbruchreifen Haus gerettet.

2005 ist dann die erste Bewohnerin in eine der acht separaten Wohnungen eingezogen. Die Bewohner haben alle zwei bis drei Zimmer, Küche und Bad. Die Wohnungen sind zwischen 36 und 60 Quadratmetern groß, haben teilweise zusätzlich noch einen Wintergarten oder einen Balkon. „Die Wohnungen sind auch für Paare geeignet“, erklärt Pippart. Haustiere sind kein Problem. Wer möchte, kann sich einen Garten anlegen. Mittlerweile wurde darauf geachtet, dass die Einheiten weitgehend rollstuhlgerecht sind. Zwischen 250 und 350 Euro zahlen die Mieter. Strom und Wasser werden einzeln abgerechnet.

So sieht es in der Wanfrieder Seniorenresidenz aus

Die Bewohner der Seniorenresidenz im Wanfrieder alten Bahnhof leben größtenteils selbstständig. Nur wenn sie wollen, kommen sie in der großen Halle im Erdgeschoss oder im Speisezimmer zum Mittagessen zusammen. Zu besonderen Anlässen wird die Bibliothek hergerichtet. Sechs Senioren nehmen im Moment regelmäßig am Mittagessen teil. Das wird aus frischen Zutaten zubereitet und enthält keine Geschmacksverstärker. Drei Angestellte kümmern sich um den Haushalt. Den gesamten Tag über steht eine Rufbereitschaft für die Wünsche der Senioren zur Verfügung. Wer eine Betreuung dazubucht, zahlt noch einmal 250 Euro, Paare 375 Euro. Kontakt: 0 56 55/92 49 60.

Von Tobias Stück

Kommentare