Analyse: Wanfried war der Vorreiter beim Schutzschirm

Tobias Stück über Wanfried, den Haushalt und Tourismus

Wanfried. Die Analyse zur politischen Lage in Wanfried kommt vom zuständigen WR-Redakteur Tobias Stück.

Es ist ruhiger geworden um die Stadt Wanfried. Die Zeit, in denen die Erfolgsmeldungen im Wochentakt veröffentlicht wurden, scheint vorbei. Das liegt auch daran, dass der Schutzschirm des Landes Hessen den Handlungsspielraum einengt. In den vergangenen fünf Jahren war in der Stadt an der Werra alles einem Thema untergeordnet: Wie schaffen wir es, bis 2015 einen ausgeglichenen Haushalt zu präsentieren?

Denn in Sachen Schutzschirm hat Wanfried im Kreis die Rolle des großen Bruders eingenommen. Sie musste als erste Kommune den Haushaltsausgleich schaffen. Als Vorreiter hat sie genau wie das erste Kind in einer Familie für die Erlangung der Privilegien einstecken müssen. Für die schwarze Null hat die Stadt als erste Kommune ordentlich an der Steuerschraube gedreht und dafür Prügel bezogen. Die anderen Städte und Gemeinden werden wohl nachziehen müssen, können aber immer auf Wanfried verweisen.

Der Tourismus wird die größte Baustelle der Zukunft. Die Mitgliedschaft im Tourismuszweckverband hat die Politik den soliden Finanzen geopfert. Alles, ohne ein fertiges Konzept für die Zukunft der Öffentlichkeit präsentieren zu können. Das ist nachlässig. Vielleicht verlässt sich der große Bruder Wanfried aber einfach auf sein Vermarktungsgeschick. Mit Immobilien hat das schon einmal funktioniert. Und dann können auch andere wieder davon profitieren.

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