Aref: Polizei schließt Entführung nicht aus

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Vor der Flüchtlingsunterkunft im Keudell'schen Schloss in Wanfried hatte der schwarze BMW geparkt. Auffälligerweise mit dem Heck auf dem Zebrasreifen vor dem Gebäude.

Wanfried. Im Zuge der Ermittlungen nach dem vermissten Aref aus Wanfried schließt die Polizei eine Entführung oder ein Gewaltverbrechen nicht mehr aus. Das bestätigte Polizeisprecher Reiner Lingner jetzt auf Anfrage unserer Zeitung. Grund für die Annahme ist ein schwarzes Fahrzeug, das am Tag des Verschwindens des Fünfjährigen mehrfach in Wanfried gesichtet wurde.

Die Polizei fahndet jetzt nach einem schwarzen BMW X5 mit getönten Scheiben und Berliner Kennzeichen. „Der Geländewagen war einem Zeugen aufgefallen, weil er katastrophal vor dem Flüchtlingsheim geparkt hatte“, sagt Lingner. Mit dem Heck habe das Auto in der Mittagszeit zwischen 12 und 13 Uhr auf dem Zebrastreifen gestanden. Nachdem der Zeuge sich jetzt gemeldet hat, konzentrieren sich die Ermittlungen der Polizei auf dieses Fahrzeug. Bereits am Tag des Verschwindens des Flüchtlingskindes war Zeugen ein schwarzes Fahrzeug am Wanfrieder Hafen aufgefallen. Dort hatte der Junge am Montagabend des 4. April gegen 18.30 Uhr gespielt, als er das letzte Mal von seiner Mutter gesehen wurde. „Ob die beiden schwarzen Fahrzeuge die gleichen waren, muss jetzt anhand der Zeugenaussagen überprüft werden“, sagt Lingner. Auffällig sei, dass der schwarze BMW in Richtung Werrahafen/Schlagd davonfuhr, nachdem eine zierliche Frau in das Geländeauto als Beifahrerin eingestiegen war, die aus der Flüchtlingsunterkunft im Keudell'schen Schloss kam. Der vermisste Aref sei zu dieser Zeit mit seinem Dreirad ebenfalls in diese Richtung gefahren, so ein Zeuge zur Polizei.

Die Frau wird nach Zeugenaussagen wie folgt beschrieben:

• Ende 30/ Anfang 40 Jahre

• ca. 155 - 160 cm groß

• dunkelblonde etwa bis zum Gesäß lange Haare

• sehr dünne (dürre) Figur

• Kleidung: Leggins und Rock (davon ein Teil grün, das andere braun)

Die Eschweger Polizei sucht jetzt nach weiteren Zeugen, die Hinweise zu der Situation am Montag, 4. April geben könnten. „Die Resonanz in den letzten Stunden ist erfreulich hoch, wir gehen jedem Hinweis nach“, sagt Lingner.

• Kontakt: 0 56 51/9250

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