Beatrice und Thomas Katzmann haben Lebensmittelpunkt in Völkershausen gefunden

Haben ein aufregendes Leben und ihren Ruhepol in Völkershausen gefunden: Beatrice und Thomas Katzmann. Foto: privat

Völkershausen. Ihre bisherige Lebensgeschichte ist eindrucksvoll. Ihren Lebensmittelpunkt haben Beatrice und Thomas Katzmann jetzt aber in Völkershausen gefunden.

Wenn man diese Straße an der Werra in Völkershausen betritt, vermittelt sich einem das Gefühl, den Rest der Welt hinter sich zu lassen. Friedlich fließt die Werra dahin. An ihren Ufern blühen Schlehen- und Holunderbüsche. Der Blick öffnet sich weit zu Feldern und rollenden Hügeln, man atmet freier. Es ist, als träte man in ein impressionistisches Gemälde. Hier finden Beatrice und Thomas Katzmann immer wieder aus verschiedenen Richtungen kommend zusammen, um die Innigkeit ihrer Beziehung zu erneuern und um neuen Kraft aufzutanken. Sie treffen sich selten, empfinden aber trotzdem, dass das was sie tun, richtig ist.

Thomas Katzmann

Schon als Kind verspürte Thomas Katzmann die Sehnsucht nach Außergewöhnlichem und verfolgte konsequent diese Richtung. So begann er, in Gotha, Thüringen, aufgewachsen, im Alter von nur 15 Jahren eine Ausbildung zum Vollmatrosen der Hochseefischerei. Den Abschluss in den Fächern Nautik, Fischereifachkunde, Schiffstechnik, Englisch und Hebezugführer meisterte er schon verkürzt in einem Jahr mit Auszeichnung. Als 16-jähriger Vollmatrose arbeitete er nun auf Fang- und Verarbeitungsschiffen auf allen Weltmeeren. Als 1989 die Wende kam, war er 18 Jahre alt und ohne Arbeit, da die Seeflotte nicht mehr gebraucht wurde. Zurückgekehrt nach Gotha, lernte er seine Frau kennen. Sie heirateten und es galt nun, eine Familie zu ernähren.

„Von deinen Sinnen hinausgesandt, geh bis an deiner Sehnsucht Rand…, lass dir alles geschehen: Schönheit und Schrecken. Man muss nur gehen…“

Bald aber brannte wieder die Sehnsucht in ihm, etwas Besonderes tun zu wollen. Mit den Worten von Rainer Maria Rilke bewarb er sich bei der damals größten Film- und Stuntproduktionsfirma „Action Concept“ in Köln, um zum Stuntman ausgebildet zu werden. Auch diese Ausbildung, die nicht nur sportliche Eigenschaften, sondern auch Charakterfestigkeit erforderten, durchlief er verkürzt. Er wurde eingesetzt für Motorradstürze, Autoüberschläge, Feuerstunts, Höhenstürze in Filmen wie Alarm für Cobra 11, Motorradcops, Der Clown oder Bollywood. Verletzungen blieben dabei nicht aus, die Thomas Katzmann in seinem Buch „Die 13 Leben des Katze“ beschreibt.

Nun, mit Anfang 40, hat Thomas Katzmann seine Karriere vom Stuntman zum Stuntcoordinator, zum Actionregisseur, Regieassistenten weiterentwickelt und strebt als nächstes die Position des Regisseurs an. Auch Drehbücher hat er schon geschrieben.

Beatrice Katzmann

Seine Frau Beatrice machte nach der Wende ihr Abitur. Um in der Nähe ihres Mannes zu sein, zog sie später nach Köln und belegte dort an der Universität die Fächer Geografie, Chemie und Städtebau mit Schwerpunkt Raumentwicklung in Deutschland. Neben Kindererziehung und Studium organisierte sie Events in der Gastronomie. Dabei kam ihr die gastronomische Ausbildung zu DDR-Zeiten zugute.

Nach der Kölner Zeit zog das Ehepaar 2011 nach Wanfried, da Beatrice Katzmann auf der Burg Normannstein in Treffurt die Stelle der Pächterin übernahm. Heute ist sie als Eventmanagerin in Deutschland unterwegs. Aber auch in der Region ist sie anzutreffen, bei der Vermietung von Markthütten für Mittelalter-, Weihnachts-, Herbstmarkthütten oder auch für Stadtfeste. Das Exemplar einer Markthütte steht nach Absprache zur Besichtigung auf ihrem Grundstück. Obwohl sich das Ehepaar Katzmann nur selten sieht, haben sie sich doch über all die Jahre nie aus den Augen und dem Herzen verloren. Immer wieder zeigt es sich, dass die bezaubernde Landschaft des Werratals ein Magnet ist für den Zuzug außergewöhnlicher Menschen, die die Gegend bereichern.

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