Bürgermeister Gebhard betreibt Werbung für den ländlichen Raum

Wanfrieds Bürgermeister Wilhelm Gebhard (Zweiter von rechts) war erneut Teilnehmer auf dem Podium des Demografiekongresses in Berlin. Geleitet wurde die Podiumsdiskussion von Uwe Lübking, Beigeordneter für Recht, Personal, Soziales, Bildung und Demografie beim Dt. Städte- und Gemeindebund. Foto: privat

Wanfried. Bürgermeister Wilhelm Gebhard war zum zweiten Mal zum jährlich stattfindenden Demografiekongress in Berlin eingeladen und warb für den ländlichen Raum.

Er war Teilnehmer einer Podiumsdiskussion im Forum 16 des Kongresses. Der Titel lautete „Bürgermeister und Landräte gestalten den demografischen Wandel.“ Neben Gebhard waren mit auf dem Podium die Landräte der Landkreise Osnabrück und Nordfriesland, Dr. Michael Lübbersmann und Dieter Harrsen, Dirk Scheer (Beigeordneter und Dezernent des Landkreises Vorpommern-Greifswald) sowie der Bürgermeister der nordrheinwestfälischen Kleinstadt Altena, Dr. Andreas Hollstein.

Mehr als 100 interessierte Zuhörer aus der gesamten Bundesrepublik verfolgten die Podiumsdiskussion. „Ich freue mich, dass unsere Bemühungen mittlerweile deutschlandweit bekannt und nach wie vor gefragt sind und wir zu solch bedeutsamen Kongressveranstaltungen mit mehr als 800 Teilnehmern und 100 Referenten eingeladen werden,“ so Gebhard. Die Schirmherrschaft des Kongresses hatten vier verschiedene Bundesministerien übernommen.

Gebhard stellte die Anstrengungen der Stadt Wanfried und das Konzept zur Vermarktung von Leerständen vor und berichtete, dass seit 2006 mit Hilfe einer Bürgergruppe 53 teilweise schwer vermittelbare Immobilien an neue Eigentümer vermittelt und dadurch zahlreiche Neubürger aus den Niederlanden und aus den Ballungsgebieten gewonnen werden konnten. Gebhard warb zudem für den ländlichen Raum, weil dort Lebensqualität und soziale Infrastruktur stimmen und Lebenshaltungskosten vergleichsweise günstig seien. Diese Aussage wird auch vom Magazin „Der Spiegel“ bestätigt, das kürzlich einen Beitrag über die erkennbare Stadtflucht veröffentlichte. Dabei stellte das Magazin fest, dass „zum ersten Mal seit 20 Jahren mehr Deutsche aus den großen Metropolen weg- als zuziehen. Günstigere Mieten, mehr Ruhe seien die Gründe für die Stadtflucht,“ wie Gebhard erfreut berichtete und diese Tendenz auch für seine Kommune bestätigen konnte.

Weitere Themen der Podiumsdiskussion waren die Integration von Flüchtlingen, Nachwuchskräftegewinnung für die Industrie, die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum, die Sicherstellung der 10-minütigen Hilfsfrist, Nachbarschaftshilfen, Stadtentwicklung in einer älter werdenden Kommune und die Förderpolitik von Bund und Ländern.

Bei dem letztgenannten Thema herrschte auf dem Podium große Einigkeit. „Bund und Länder sollten aufhören, immer neue Fördertöpfe aufzustellen, die mit umfangreichen Antragsformalitäten verbunden seien, nur geringe Zuweisungen bringen und oftmals mit hohen Eigenmitteln verbunden sind. Stattdessen sollten die Kommunen finanziell besser ausgestattet werden. Vor Ort wüsste man in Zeiten wie diesen sehr genau, wofür das Geld sinnhaft eingesetzt wird und wofür nicht,“ so die allgemeine Meinung.

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