Bundesverdienstkreuz für Albrecht Kanngießer aus Aue 

Ein Leben für die Allgemeinheit: Albrecht Kanngießer aus Aue bekam aus den Händen von Eva Kühne-Hörmann (rechts) das Bundesverdienstkreuz, das sie auch seiner Frau Ottilie widmete. Foto: Stück

Wanfried. Albrecht Kanngießer wurde am Freitagnachmittag für seine über fünf Jahrzehnte währende Arbeit für die Allgemeinheit mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Aus den Händen von Justizministerin Eva Kühne-Hörmann bekam der 79-Jährige die höchste Auszeichnung, die in Deutschland vergeben wird.

Kühne Hörmann lobte ihn als jemanden, der nicht nur viel Zeit für das Ehrenamt opferte, sondern auch viel bewegte. Vier Gründe, warum Albrecht Kanngießer die Auszeichnung verdient hat:

1. Kommunalpolitik. Seit 1972 engagiert sich Kanngießer politisch. Damals wurde Aue der Großgemeinde Wanfried zugeordnet. Sein Freund Benno Preun brachte Kanngießer in die Politik. Der Bundesverdienstkreuzträger bewarb sich für die CDU, Preun für die Wählergemeinschaft. „Zusammen haben wir viel bewirkt“, dankte Kanngießer seinem bis heute treu gebliebenen Weggefährten.

Kanngießer war 20 Jahre Mitglied im Ortsbeirat von Aue, 27 Jahre in der Stadtverordnetenversammlung und 13 Jahre im Magistrat. Höhepunkt waren seine beiden Jahre als Erster Stadtrat, als er Bürgermeister Wilhelm Gebhard bei Abwesenheit vertrat.

2. Vereinsarbeit. Für den Schützenverein Aue hat Kanngießer am meisten geleistet. Seit 51 Jahren ist er hier Mitglied. 23 Jahre war er Vorsitzender. Unter seiner Regie wurde die Jugendabteilung eingeführt und ein neuer Schießstand gebaut. Außerdem ist er Mitglied im Turn- und Sportverein, bei der Freiwilligen Feuerwehr, bei den Jagdgenossen und im Heimatverein.

3. Landwirtschaft. Anfang der 1950er Jahre erlernte Albrecht Kanngießer den Beruf des Landwirts. Damit aber nicht genug. Er bildete sich fort und saß 35 Jahre lang im Prüfungsausschuss der Landwirtschaftsschule. Er wusste, wovon er sprach. Denn Kanngießer bildete mit Leidenschaft den Nachwuchs aus. 30 Jungbauern gingen in seinem Betrieb in die Lehre. „Gerne hätte ich heute alle hier gehabt“.

4. Zeitaufwand. Insgesamt 1600 Sitzungen, so hat es Bürgermeister Gebhard errechnet, besuchte Kanngießer in seinem kommunalpolitischen Leben. „Das waren 1600 Abende, an denen seine Frau Otti alleine zu Hause saß.“ Ministerin Kühne-Hörmann, Gebhard und auch Stadtverordnetenvorsteherin Jutta Niklass würdigten deshalb auch die Leistung seiner Ehefrau. „Danke, dass Sie ihn haben machen lassen“, sagt Kühne-Hörmann. „Ein Teil des Ordens gehört auch Ihnen.“

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