Wanfrieds Bemühungen im TV

Demografischer Wandel: ZDF nimmt positive Aspekte der Brombeermannstadt unter die Lupe

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ZDF-Redakteurin Andrea Meuser im Gespräch mit Wanfrieds Bürgermeister Wilhelm Gebhard. Die Aufnahmen werden am kommenden Donnerstag, 26. Juli, 14 Uhr, ausgestrahlt.

Wanfried. Bis zum Jahr 2050 wird die Bevölkerung in Deutschland laut Berechnung des Statistischen Bundesamtes um rund sieben Millionen Menschen auf insgesamt 75 Millionen schrumpfen Die demografische Entwicklung und der fortschreitende Strukturwandel werden unsere Gesellschaft spürbar verändern.

Ob auf Kommunal-, Landes- oder Bundesebene, für ganz Deutschland gilt: Es wird immer weniger zu verteilen geben. Der Druck auf die gewachsenen politischen und sozialen Strukturen steigt. Die Bevölkerungszahl in Deutschland geht zurück, gleichzeitig steigt der Altersdurchschnitt. Bereits in den kommenden zwei Jahrzehnten werden die Auswirkungen spürbar sein, sagen Experten voraus. Die Sozialsysteme werden enorme Belastungen tragen müssen. Es wird in vielen Berufszweigen an Nachwuchskräften mangeln. Die regionalen Unterschiede werden sich verstärken - es wird „Schwundregionen“ und „Wachstumsinseln“ geben. Ideen zum Umgang mit der Schrumpfung gibt es, allerdings werden sie bisher nicht konsequent umgesetzt.

Dem Trend entgegen

Diesem Trend will die Stadt Wanfried entscheidend begegnen, hat bereits erste Erfolge erzielt, die die überregionale Presse vermehrt an die Stadt an der Werra zieht. Am Donnerstag machte ein Fernseh-team des ZDF Station in Wanfried, um über die Erfolge der Stadt im Kampf gegen die Folgen des demografischen Wandels zu berichten.

Redakteurin Andrea Meuser wurde auf die Brombeermannstadt in einem überregionalen Pressebericht der WELT aufmerksam und nahm zu Bürgermeister Wilhelm Gebhard Kontakt auf. Vor Ort standen der TV-Journalistin neben Gebhard der Sprecher der Bürgergruppe für den Erhalt Wanfrieder Häuser, Jürgen Rödiger, Zimmermeister Hubertus Wetzestein sowie Dini und Albert Nijenhuis aus den Niederlanden Rede und Antwort.

Positive Aspekte

Ein Stadtrundgang zum Fachwerkmusterhaus und zum Hafen sowie ein Besuch im Haus der beiden Niederländer standen auf dem Programm und vermittelten dem Fernsehteam ein positives Bild über die von vielen Akteuren geleistete Arbeit.

„Das Fernsehteam zeigte sich sehr beeindruckt über die bereits sichtbaren Ergebnisse der aktiven Arbeit vor Ort“, folgerte Bürgermeister Wilhelm Gebhard im WR-Gespräch und machte deutlich, dass es die Summe zahlreicher ehrenamtlicher Aktivitäten in der Stadt Wanfried ist, die die Stadt so positiv darstellt. Die Ergebnisse können sich in der Tat sehen lassen.

„Wir freuen uns sehr, dass nun auch das ZDF über uns berichtet“, so Gebhard, „das wird weiteres Interesse aus den deutschen Ballungsräumen auf unsere Stadt nach sich ziehen.“

Austrahlung am Donnerstag

Der Kurzbeitrag im ZDF wird am kommenden Donnerstag, 26. Juli, in den 14-Uhr-Nachrichten zu sehen sein. Und am kommenden Montag, 23. Juli, erwarten Gebhard und die Bürgergruppe die nächste Fernsehproduktionsfirma, die auch im Auftrag des ZDF einen Beitrag über Wanfried erarbeiten wird.

Wanfrieds Bürgermeister ging in diesem Zusammenhang auch auf die aktuell veröffentlichte Einwohnerstatistik des hessischen statistischen Landesamts ein, die belegt, dass der positive Trend anhält. „Die Stadt hat seit einigen Jahren mehr Zuzüge als Wegzüge“, so der Bürgermeister. Das hat nach seiner Meinung mit zahlreichen ehrenamtlichen Aktivitäten zu tun und sei besonders dem beispiellosen Engagement der Bürgergruppe und der aktiven Vermarktung von Immobilien und Wohnungen durch die Stadtverwaltung geschuldet.

„Am gestrigen Freitag wurde erneut ein jahrelang leerstehendes Objekt an neue Eigentümer aus Wiesbaden vermittelt, die ebenfalls durch Fernsehberichte auf Wanfried aufmerksam wurden“, erklärt Gebhard im WR-Gespräch. „Damit wird im Ortsbild der Stadt ein weiterer Schandfleck verschwinden und die Handwerker dürfen sich auf weitere Aufträge freuen, da das Objekt erhebliche Investitionen nach sich ziehen wird“, blickt der Bürgermeister voraus.

Mehr Neubürger 2011

Laut dem Bürgermeister haben sich 2011 204 Menschen in Wanfried neu niedergelassen, lediglich 191 Personen sind verzogen. „Das ist ein positiver Wert von +13. Damit trägt die Kleinstadt an der Werra auch wesentlich zu dem positiven Kreiswert bei“, so Gebhard. Im gesamten Werra-Meißner-Kreis ist ein positiver Saldo aus Zu- bzw. Wegzügen von +78 zu verzeichnen.

Neue Kinder braucht die Stadt

„Negativ bleibt leider das Geburten/Sterbesaldo in der Stadt“, so Gebhard. Hier sind 2011 23 Geburten bei 53 Sterbefällen zu verzeichnen, ein Minus von 30. Somit verlor die Stadt insgesamt 17 Bürgerinnen und Bürger im Jahr 2011. Vergleicht man diese Zahl mit vorangegangenen Jahren, so ist eine deutliche Verbesserung zu erkennen.

„Es gab zu Beginn des neuen Jahrtausends Jahre in Wanfried, in denen haben wir bis zu 100 Einwohner pro Jahr verloren“, blickt der optimistisch gestimmte Wanfrieder Bürgermeister Wilhelm Gebhard auf eine Zeit zurück, die längst der Vergangenheit angehört.

Von Dieter Möller

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