WR-Interview

Wanfrieds Bürgermeister Wilhelm Gebhard spricht über seine Kandidatur

Nominierung zum Bürgermeister von Wanfried: Wilhelm Gebhard, hier mit der CDU-Vorsitzenden Jutta Niklass. Foto: Stück

Wanfried. Am Wochenende wurde Wilhelm Gebhard mit 100 Prozent der Stimmen der Nominierungsteilnehmer zum Bürgermeisterkandidaten der CDU Wanfried gewählt. WR-Redakteur Tobias Stück sprach mit dem Bürgermeister der Stadt Wanfried über Erfahrungen, Familie und Ideen, die er in Wanfried noch umsetzen möchte.

Herr Gebhard, 100 Prozent der Stimmen ist ein deutliches Ergebnis. Hätten Sie mit diesem Votum gerechnet?

Wilhelm Gebhard: Es ist eine großartige Bestätigung. Es ist mir sehr wichtig, diesen Rückhalt aus den eigenen Reihen zu haben. Das ist der erste Schritt gewesen. Noch bedeutsamer ist eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung für mich.

Ihre erneute Kandidatur war ja eine logische Konsequenz, oder?

Wilhelm Gebhard: Ich habe bei meiner ersten Kandidatur 2007 den Wählern gesagt, dass sie über meine weitere Zukunft entscheiden und ihnen versprochen, auch zu einer zweiten Amtszeit anzutreten. Dieses Versprechen werde ich nicht brechen.

Gab es in den vergangenen Jahren Zweifel, noch einmal anzutreten? Wilhelm Gebhard: Keine Zweifel. Aber wenn man das Amt des Bürgermeisters richtig betreibt, hat man eine 80- bis 90-Stunden-Woche. Dabei kommt die Familie natürlich zu kurz. Seit meinem Amtsantritt bin ich Vater von zwei Jungen geworden, die ebenfalls mehr und mehr nach mir verlangen. Bislang habe ich das alles gut hinbekommen, dank meiner Frau. Würde ich zurück in die Wirtschaft gehen, wäre die wöchentliche Stundenbelastung voraussichtlich etwas geringer und die Wochenenden weitgehend frei.

Ich habe mich aber mit meiner Frau Carina besprochen, die mir die gleiche Unterstützung wie in den vergangenen Jahren zugesichert hat. Bürgermeister sei das, was ich am besten könne und was ich mit Leidenschaft ausübe und mich ausfülle, sagt sie. Deshalb soll ich das weitermachen. Auch die großartige Unterstützung des Teams in der Stadtverwaltung bestärkt mich, erneut zu kandidieren.

Gab es in der Vergangenheit nicht die Überlegung, andere politische Ämter zu übernehmen?

Wilhelm Gebhard: Ich war auch als Landratskandidat, Landtagsabgeordneter und Bundestagsabgeordneter im Gespräch. Aber zum einen hatte ich den Wanfrieder Wählern ein Versprechen gegeben, ein zweites Mal zu kandidieren und zum anderen habe ich meine Ideen für Wanfried noch nicht abgeschlossen. Welche Ideen sind das? Wilhelm Gebhard: Ich bin angetreten, um die Stadt zu vermarkten und den Bekanntheitsgrad Wanfrieds zu steigern. Hier muss es noch weitergehen, obwohl wir schon sehr viel geschafft haben. Ich möchte noch mehr sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze schaffen. Hier lasse ich keine Chance aus. Außerdem ist die Konsolidierung des Haushalts der Stadt eine große Aufgabe, die ansteht.

Ist die Haushaltskonsolidierung realistisch?

Wilhelm Gebhard: Der Schutzschirm ist ein gutes Instrument, wieder Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Wir können so wieder mehr Handlungsspielraum bekommen. Zurzeit beraten wir mit allen Parteien. Es sind schmerzhafte Entscheidungen zu treffen. Ich bin zuversichtlich, dass wir Übereinstimmung finden und die Haushaltskonsolidierung bis 2020 schaffen.

Was zählt zu Ihren größten Erfolgen in der vergangenen Amtszeit?

Wilhelm Gebhard: Die Vermarktung der Leerstände und den damit verbundenen Erfolg gegen den demografischen Wandel. Mittlerweile ziehen wieder mehr Menschen nach Wanfried als aus der Stadt fort. Die Tourismus- wie auch die Arbeitsplatzzahlen haben sich ebenfalls positiv entwickelt. Auch die Mitwirkung bei der Sicherung des Schulstandorts Wanfried sowie die Einrichtung der neuen Tankstelle möchte ich nicht unerwähnt lassen.

Auch das gelungene Renaissancefest im Jahr 2008 durfte ich in der Vorbereitung tatkräftig unterstützen. Das Fest hat Wanfried gutgetan und die Stadt und die Stadtteile sind wieder näher zusammen- gerückt. Außerdem ist die Bereitschaft in der Bevölkerung, sich zu engagieren, erheblich gewachsen.

Wie meinen Sie das?

Wilhelm Gebhard: In den vergangenen fünf Jahren haben mich viele Ehrenamtliche in meiner Arbeit unterstützt, die zu dem Erfolg Wanfrieds beigetragen haben. Neben den bereits bestehenden Vereinen und Initiativen hat sich die Bürgergruppe für den Erhalt Wanfrieder Häuser sehr positiv etabliert, das Bündnis für Familie, die Gästeführerzunft und der Gewerbeverein Wanfried Handel(t) wurden gegründet.

Auch der gegründete Hafenverein ist ein Segen für die Stadt. Für die Unterstützung der zahlreichen ehrenamtlich Aktiven bei meiner Arbeit bin ich sehr dankbar. Ich versuche, diese Unterstützung immer wieder zurückzugeben.

Was haben Sie in den vergangenen fünf Jahren als Bürgermeister gelernt? Wilhelm Gebhard: Dass man - so sehr man sich auch bemüht - es nicht allen recht machen kann.

Von Tobias Stück

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