Eine neue Wertschätzung

Maria-Katzer-Stiftung ist zu einer rettenden Institution geworden

Das Lego-Mindstore der Selbert-Schule ist dank der Stiftung einmalig im Kreis.

Wanfried. Seitdem die Stadt Wanfried durch den Schutzschirmvertrag harten Sparzwängen unterlegen ist, erfährt die Maria-Katzer-Stiftung eine noch größere Wertschätzung.

Mit dem Geld der Stiftung dürfen zwar keine Pflichtaufgaben der Kommune finanziert werden, wohl aber freiwillige Leistungen übernommen werden. „Es ist eine glückliche Fügung, dass wir zurzeit auf diese Unterstützung bauen können“, sagt Bürgermeister Wilhelm Gebhard.

DIE STIFTERIN

Maria Katzer wohnte zuletzt in Aue und hatte niemanden, dem sie ihr Vermögen vererben konnte. Das Geld hatte sich über die Jahre durch ihre sparsame Lebensweise angesammelt. Im Herbst ihres Lebens wandte sie sich an ihren Finanzberater. Der Wanfrieder Claus Wehr riet zu einer Stiftung. Die gründete Maria Katzer noch zu Lebzeiten. Sieben Monate nach der Gründung verstarb die Stifterin, die Zeit ihres Lebens Kinder sehr mochte, im Alter von 87 Jahren.

DER STIFTUNGSZWECK

Stiftungszweck ist die Förderung von Kultur, Bildung und Erziehung, Sport, Denkmalschutz, Heimatpflege und Heimatkunde. Museen, Bibliotheken, Kultur-, Musik- oder Theaterprojekte, Schulen, Kindertagesstätten, Jugendeinrichtungen, Sportvereine oder die Vergabe von Preisen und Auszeichnungen für schulische oder sportliche Wettbewerbe sollen unterstützt werden.

DER STIFTUNGSVORSTAND

Maria Katzer bestimmte den Vorstand noch selbst. Neben Claus Wehr sind auch der Ortsvorsteher von ihrem Heimatort Aue und der Wanfrieder Bürgermeister Mitglied. Im Moment sind das Heinrich Schuchardt und Wilhelm Gebhard.

DIE PROJEKTE

An der Wanfrieder Weihnachtsbeleuchtung hat sich die Stiftung ebenfalls beteiligt

35 Projekten hat der Stiftungsvorstand bislang zugestimmt. Das meiste Geld ist in die Wanfrieder Schulen, Kindertagesstätten, Vereine und Museen geflossen. Größtes Projekt war die Unterstützung des neuen Außengeländes der Kindertagesstätte in Wanfried. Fürdie Dorfverschönerung und für die Vergabe des Wanfrieder Bürgerschaftspreises gab es Zuschüsse von der Stiftung. Außerdem wurde die Wanfrieder Weihnachtsbeleuchtung mitfinanziert. Keine Anträge haben bislang die Stadtteile Heldra und Völkershausen gestellt. „Wir hoffen, dass wir zukünftig ebenfalls sinnvolle Projekte und Vorhaben unterstützen zu können“, sagt Schuchardt.

DIE BILANZ

Rund 50.000 Euro hat die Stiftung durch das Stiftungskapital von Maria Katzer bislang erwirtschaftet. 26.000 Euro schüttete die Stiftung in den vergangenen fünfeinhalb Jahren aus. Dabei sind über 11.000 Euro in die Unterstützung von Kindern und Jugendlichen geflossen. „Zurzeit machen uns die niedrigen Zinsen zu schaffen“, sagt Finanzberater Claus Wehr. Konservative Anlagen stünden im Vordergrund. Um weitere Einnahmen zu generieren, dürfe man ein wenig Risiko nicht scheuen.

DIE NACHAHMER

An der Wanfrieder Weihnachtsbeleuchtung hat sich die Stiftung ebenfalls beteiligt

Noch gibt es zu wenige, die zustiften. Der ebenfalls aus Aue stammende Gerd Gress war der letzte, der nach seinem Tod spendete. Der Vorteil liegt laut Gebhard auf der Hand: „Man muss keine eigene Stiftung gründen und kann mit seinem Geld auch über den Tod hinaus Gutes tun.“

Von Tobias Stück

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