Hafenverein Wanfried hat jetzt eine adäquate Werkstatt und viel Lagerplatz für seine Ausstellungsstücke

Endlich Platz für große Pläne

Wanfried. Die Werraschute Wisera bekommt vermutlich noch in diesem Sommer eine kleine Schwester. Der Hafenverein Wanfried ist zurzeit dabei, ein ehemaliges Fischerboot so herzurichten, dass es im Kielwasser der Wisera in der Werra liegen und für die Gastronomie genutzt werden kann. Dass der Hafenverein das sieben Meter lange und tonnenschwere Boot herrichten kann, haben die Mitglieder einem glücklichen Zufall zu verdanken.

Ab kommendem Freitag ist der Verein offizieller Mieter der ehemaligen Produktionsstätte von Wanfried-Druck, nur 50 Meter vom Hafen entfernt. Die neuen Eigentümer des größten Wanfrieder Arbeitgebers Persiehl haben dem Hafenverein das Gebäude überlassen. Auf mehreren hundert Quadratmetern hat sich der Verein Werkstatt und Winterlager eingerichtet. „Für den Ausbau des Hafens und unsere wöchentliche Arbeit sind diese Räumlichkeiten unglaublich wichtig“, sagt der Vorsitzende Ernst Wilhelm Kalden.

Das größte Projekt dieser Wochen liegt in der Werkstatt. Ein altes Fischerboot, das der Vorstand über das Internet auf Rügen entdeckt hat, wird gerade auf Vordermann gebracht. Es soll das zweite Schiff eines Treidel-Gespanns darstellen. Stromab fuhren die Schiffe früher einzeln, aufwärts bildete man eine Mast. Drei Schiffe wurden hintereinandergekoppelt, die sich dann Bock, Bulle und Hinterhang nannten. „Das neue Schiff, auf dem eine lange Tafel für die Gastronomie aufgebaut werden soll, wäre der Bulle“, sagt Kalden. Für die Restaurierung greift der Hafenverein auf Maschinen zurück, die gespendet oder günstig angeschafft wurden. Mit der Ausrüstung, nur wenige Meter vom Hafen entfernt, wird die Arbeit der Helfer deutlich erleichtert. Zehn Männer sind immer im Einsatz, wenn mittwochs und samstags zum Einsatz gerufen wird. „Wer mitmachen will ist am Hafen immer willkommen“, sagt Kalden.

Die Unterstützung aus der Bevölkerung ist enorm. Viele Spenden sind in den vergangenen Jahren eingegangen. Handwagen, Leiterwagen, Wagenräder und allerlei Utensilien für die historische Darstellung des Hafens wurden gespendet. Die Menge ist groß, die historischen Gerätschaften sperrig. Für den Hafenverein aber kein Problem: Platz ist jetzt ausreichend vorhanden. Der ehemalige Gesinderaum in der ersten Etage ist noch fast leer.

Von Tobias Stück

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