Demokratie-Werkstatt Wanfried lädt ein

Friedensmarsch am 8. September von Treffurt nach Wanfried

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Zeichen der Völkerverständigung: Bereits im September 2014 war das Orchester aus Istra zu Gast in Wanfried. In diesem Jahr werden die Musiker neben dem Friedenskonzert in Wanfried auch den Friedensmarsch von Treffurt nach Wanfried anführen. 

Wanfried. Die Planungen für das Friedensforum Wanfried Anfang September werden konkreter: Wie Wolfgang Lieberknecht von der Demokratie-Werkstatt Wanfried mitteilt, wird es am Donnerstag, 8. September, einen Friedensmarsch vom thüringischen Treffurt über die ehemalige deutsch-deutsche Grenze nach Wanfried geben.

Begleitet wird der Marsch an der Spitze vom Blasorchester aus dem russischen Istra, das vom 7. bis 9. September erneut zu Gast in Wanfried sein wird. In Wanfried soll es dann ein Friedenskonzert mit Kundgebung geben. Die Organisatoren der Demokratie-Werkstatt würden sich freuen, wenn noch weitere Musiker oder Musikgruppen sich dem Marsch anschließen würden. „Wir laden alle Friedensfreunde aus ganz Deutschland, aus Ost und West, Deutsche und Russen und vor allem auch Aussiedler ein, mit zu marschieren und unseren Friedenswillen deutlich zu zeigen“, sagt Lieberknecht.

„Wir verlangen von unseren Politikern Verständigung und Zusammenarbeit sowie den Stopp der Aufrüstungen.“

Für Lieberknecht ist der Marsch von Treffurt nach Wanfried besonders symbolträchtig: „An dieser Stelle trafen 1989 Menschen aus West und Ost aufeinander, darunter auch der aus Treffurt stammende Weggefährte Willy Brandts, Egon Bahr.“ Das Trauma des Kalten Kriegs schien damals überwunden, sagt Lieberknecht. 

Wolfgang Lieberknecht

Doch jetzt drohe der Weg zurück zu einem neuen Kalten Krieg und erneuter Aufrüstung. „Wir protestieren dagegen und verlangen von unseren Politikern Verständigung und Zusammenarbeit sowie den Stopp der Aufrüstungen“, sagt Lieberknecht. Er und seine Mitstreiter lehnen es ab, „dass die Bundesregierung, die Nato und die US-Regierung ihr Versprechen an Russland gebrochen und die Nato bis an die russischen Grenze ausgedehnt“ haben.

„Es droht aktuell jederzeit die Gefahr, dass aus dem kalten ein heißer Krieg wird“, sagt Lieberknecht deutlich und fordert:
• Die Entwicklung eines gemeinsamen Sicherheitssystems in Europa mit Russland und allen europäischen Ländern.
• Den Stopp der Aufrüstung und die Nutzung der frei werdenden Mittel, um Perspektiven für die Jugend zu schaffen, in Europa und weltweit sowie die Spaltung in Nord und Süd auf der Welt zu überwinden.
• Sich in den Wahlkreisen zusammenzuschließen und zu versuchen, Mehrheiten für diese Positionen zu gewinnen und von den Vertretern im Parlament ein Stopp dieser Politik zu fordern oder deren Abwahl zu organisieren.
• Partnerschaften zwischen Städten und Regionen in Deutschland und Russland zu verstärken und neue aufzubauen. „Gerade jetzt darf das Vertrauen nicht noch weiter abgebaut werden, sondern wir sollten es fördern und Feindbildern entgegenwirken“, sagt Lieberknecht.
• Sich nicht nur einseitig zu informieren, sondern alle Seiten anzuhören, um mitzuhelfen, faire und solidarische Lösungen zu finden.

Alle sind eingeladen

Die genauen Uhrzeiten für den Friedensmarsch am 8. September wird Lieberknecht noch bekannt geben. Wer mitlaufen möchte, kann sich bei ihm unter Tel. 0 56 55/92 49 81 sowie 0171/9 13 21 49 oder per E-Mail an D-W-W@gmx.de melden.

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