6. Elisabeth-Selbert-Preis: Wanfrieder Schüler engagieren sich in der Freizeit sozial

Geholfen und gespendet

Soziales Engagement, das sich auszahlt: Paul Hermann und Henrik Kranz haben für ihren ersten Platz bei Elisabeth-Selbert-Preis einen Pokal und einen Ausflug in den Zoo Hannover gewonnen. Foto: Stück

Wanfried. Paul Hermann und Henrik Kranz sind die Sieger des sechsten Elisabeth-Selbert-Preises an der Wanfrieder Integrierten Gesamtschule. Die beiden Fünftklässler haben die Jury mit ihrem Nachbarschaftshilfe-Projekt, das sie in Niederdünzebach aufgezogen haben, überzeugt.

Paul und Henrik haben in der Vorweihnachtszeit ihr Projekt gestartet. Dabei sind sie von Haus zu Haus gegangen und haben die Dünzebacher mit Postwurfsendungen über ihr Vorhaben informiert. Sie wollten Altglas entsorgen, Altkleider wegbringen und den Mitmenschen in der Vorweihnachtszeit zur Hand gehen. So haben sie zahlreiche Lichterketten aufgehängt. Von November bis Februar haben sie ihr soziales Engagement durchgezogen. Die Menschen, mit denen sie zusammengearbeitet haben, waren so begeistert, dass sie den beiden Jungen immer wieder ein Trinkgeld zugesteckt haben. 55 Euro sind so zusammengekommen. Das Geld war aber nicht für die eigene Tasche der Elfjährigen bestimmt. Sie haben das Geld an das Eschweger Tierheim gespendet.

Elisabeth Selbert, Namensgeberin der Schule seit 2001, war eine deutsche Politikerin und Juristin und eine der vier „Mütter des Grundgesetzes“, die für die Aufnahme der Gleichberechtigung in den Grundrechteteil der bundesdeutschen Verfassung gestritten hat. Am 64. Geburtstag des Grundgesetzes wurden die Schüler geehrt, „die sich in ihrer Freizeit besonders sozial engagiert haben“, wie Schulleiter Eberhard Hohlbein erklärte. Die Jury bestand aus Lehrern, Eltern, Schülern, dem Förderverein, Bürgermeister und Kindergartenleiter. 18 Schüler der fünften bis achten Klassen hatten sich für den Preis mit neun Projekten beworben. Die Arbeit in Kindergärten war besonders beliebt. Gleich fünf Gruppen engagierten sich hier. Lediglich vier Jungen nahmen an dem Sozialpreis teil. Zwei davon gingen als Sieger hervor. Den zweiten Platz belegten Elias Schäfer Steube und Maria Kaufhold, die mit Kinder aus der Tagesstätte in Heldra ein eigenes Lied einstudiert hatten. Dritte wurden Paula Eggerling und Amelie Groß. Auch sie boten Senioren Nachbarschaftshilfe an. Bürgermeister Wilhelm Gebhard lobte die Schulleitung, dass sie den Kindern die Chance gibt, sich sozial beweisen zu können. „Durchhalten und eine Sache zu Ende zu bringen, ist heute nicht mehr selbstverständlich“, adressierte er seine Anerkennung an die Schüler.

Von Tobias Stück

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