Horst Schott ist seit 25 Jahren Kreisfußballwart

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Alles im Blick: An Horst Schotts Bürotür hängt die Magnettafel mit den Fußballvereinen aus dem Kreis, mit der er den Spielbetrieb plant. 

Aue. Fußball ist sein Leben und im Kreisfußball würde ohne ihn gar nichts gehen: Kreisfußballwart Horst Schott aus Aue organisiert seit rekordverdächtigen 25 Jahren den Spielbetrieb im Werra-Meißner-Kreis.

1987 war er der Jüngste, der dieses Amt antrat, mittlerweile ist er der Dienstälteste - und das, obwohl es ein sehr zeitintensives Ehrenamt ist. „Weil immer mehr weniger machen, müssen immer weniger mehr machen“ ist sein Leitspruch. Denn auch rund um den Fußball sei es schwieriger Leute zu finden, die sich ehrenamtlich engagieren wollen.

„Ohne die Unterstützung meiner Familie wäre das alles nicht möglich gewesen.“

An Engagement und Tatendrang fehlt es dem 65-Jährigen nicht: 34 Jahre hat er als Vorsitzender den TSV Frieda geführt und dort viele neue Abteilungen, wie Sportgymnastik, die Laienspiel- oder Nor-dic-Walking-Gruppe ins Leben gerufen. Über 44 Jahre stand er selbst als Fußballer auf dem Platz - zuerst bei der Jugend des VfL Wanfried, dann beim TSV Frieda und später in der Seniorenmannschaft der Spielgemeinschaft Frieda/Schwebda/Aue. „Bei über 1000 Spielen war ich aktiv dabei und das ohne eine gelbe oder rote Karte“, sagt er. Fairness sei ihm eben äußerst wichtig. Das habe er auch bei seinen Einsätzen als Trainer oder Schiri immer beherzigt.

Bei Veranstaltungen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) traf Horst Schott auch schon einige Persönlichkeiten aus der Fußballwelt, wie Günther Netzer...
... und den ehemaligen DFB-Präsidenten Theo Zwanziger.

Aber nicht nur auf dem Fußballplatz hat er junge Talente gefördert: 40 Jahre hat er bei Friedola in Frieda gearbeitet und dort als Ausbildungsleiter den Ausbildungsberuf des Kunststoff-Formgebers aufgebaut und war lange Jahre Vorsitzender des Prüfungsausschusses Kunststofftechnik der Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel. „Bis heute sitze ich noch in Prüfungsausschüssen und arbeite als Dozent bei der IHK“, sagt Horst Schott. Der Ruhestand den er im April diesen Jahres angetreten hat, ist bei ihm eher ein Unruhezustand, sagt er über sich selbst. Am Wochenende ist sein Platz bei den Fußballspielen im Kreis. „Sehr zum Leidwesen meiner Frau Margot“, sagt er. Doch das Ehepaar hat hier eine elegante Lösung gefunden: Margot Schott begleitet ihren Mann öfter zu den Spielen und im Anschluss geht es dafür gemeinsam ins Café oder Restaurant. „Ohne die Unterstützung meiner Familie wäre das alles nicht möglich gewesen“, sagt Horst Schott.

Warum er sich so einsetzt, kann er einfach erklären: „Ich mache gerne anderen eine Freude.“ Das war auch der Antrieb für ihn, vor etwa 20 Jahren das Neujahrskonzert in Frieda ins Leben zu rufen. Nachdem sich das Werra-Meißner-Orchester aufgelöst hatte, suchte Schott nach einer Alternative und fand eine gute: das Johann-Strauß-Orchester aus Frankfurt. „Ich dachte, die sind drei Nummern zu groß für uns, habe aber trotzdem einfach angerufen und gefragt, ob sie auch in Frieda spielen.“ Mit Erfolg. Mittlerweile ist das Konzert des Orchesters eine feste Institution. Für seinen Einsatz hat Schott mittlerweile alle erdenklichen Auszeichnungen und Ehrungen erhalten - von der Sportplakette des Landes Hessen bis zum Bundesverdienstkreuz ist alles in seinem Schrank. „Ich bin total ausgeehrt“, sagt Horst Schott.

Von Diana Rissmann

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