WR-Interview mit Karina Fissman, neu gewählte SPD-Unterbezirksvorsitzende

Das junge Gesicht der SPD

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Papa Klaus Fissmann, der Bürgermeister von Ringgau, gehörte zu den ersten Gratulanten seiner Tochter Karina.

Wanfried. Karina Fissmann, neugewählte Vorsitzende des SPD-Unterbezirks will der Partei ein neues, junges Gesicht geben und für mehr Präsenz der Partei in der Öffentlichkeit sorgen.

WR-Chefredakteur Dieter Salzmann sprach mit Karina Fissmann über ihre überraschende Wahl und ihre Pläne für die Partei.

Werra-Rundschau: Frau Fissmann, Sie sind ja für viele Delegierte als Überraschungskandidatin aufgetreten, wann haben Sie sich für die Kandidatur entschlossen?

Karina Fissmann: Den genauen Zeitpunkt weiß ich gar nicht mehr. Ich habe aber in den vergangenen Wochen viel Zuspruch bekommen - per E-Mail, über Facebook und am Telefon. Da habe ich die Entscheidung getroffen, dass ich es doch mache.

Von wem sind Sie bei der Vorbereitung der Kandidatur unterstützt worden?

Fissmann: Dieter Franz hatte ja schon öffentlich gesagt, dass er mich unterstützt. Stefan Reuß ebenso. Von den Jusos habe ich Unterstützung erhalten und natürlich von meinem Ortsverein ...

... und von Ihrem Vater, der der Bürgermeister von Ringgau ist...

Fisssmann: ...ja, genau.

Sie sagen, Sie treten an mit dem Anspruch junger, dynamischer und ideenreicher Politik. Wo wollen Sie Akzente setzen?

Fissmann: Die vordringliche Aufgabe wird es sein, die Leute wieder zu aktivieren und sie zu begeistern, sich aktiv in der SPD zu engagieren. Das ist die Basis, auf der wir aufbauen, um dann auch inhaltlich arbeiten zu können. In diesem Jahr feiern wir zum Beispiel das 150-jährige Bestehen der SPD. Dazu gibt es auch zwei große Veranstaltungen in Witzenhausen und in Hessisch Lichtenau. Es liegt mir besonders am Herzen, dass wir zeigen, dass wir da etwas auf die Beine stellen.

Mit Ihrer Wahl ist ein Generationenwechsel vollzogen worden. Wird es den in absehbarer Zeit auch bei der Auswahl der Landtagskandidaten geben? Beide aktuellen Bewerber, Lothar Quanz und Dieter Franz, erreichen in der nächsten Legislaturperiode das Rentenalter.

Fissmann: Ich weiß nicht, ob man sich jetzt schon darüber unterhalten muss. Ich werde Lothar Quanz und Dieter Franz bei ihrem Wahlkampf aktiv unterstützen, und ich denke es wird ein gutes Zusammenspiel zwischen Jung und Alt geben.

Landrat Reuß hat im Zusammenhang mit Ihrer Wahl von einem Neuanfang gesprochen. Wie soll der aussehen?

Fissmann: Ich denke, dass es allein schon deshalb ein Neuanfang ist, weil jetzt ein junges Gesicht im Vordergrund steht. Mit mir als Vorsitzender wird es auch insofern ein Neuanfang sein, dass ich junge Leute viel besser ansprechen und für die SPD begeistern kann.

Wie alle Parteien verliert auch die SPD im Werra-Meißner-Kreis Mitglieder. Was wollen Sie dagegen unternehmen?

Fissmann: Wir müssen mehr in die Öffentlichkeit gehen, Veranstaltungen organisieren, der Partei dort eine Stimme geben und politische Akzente setzen. Ich glaube, das spricht Leute an, insbesondere die jüngeren.

Die Delegierten aus Witzenhausen sind sauer, weil, bis auf den Landrat, alle herausragenden Funktionsträger aus dem Altkreis Eschwege kommen. Wie wollen Sie die Wogen glätten?

Fissmann: Ich persönlich sehe das Problem gar nicht. Das liegt vielleicht auch an meiner Generation. Für mich gibt es den Werra-Meißner-Kreis. Die Unterscheidung zwischen Altkreis Witzenhausen und Eschwege ist eine Denkweise, die irgendwann aufhört...

...aber noch gibt es sie?

Fissmann: Da ich aus dem Altkreis Eschwege komme, muss ich meine Arbeit darauf ausrichten, künftig im Altkreis Witzenhausen präsent zu sein und die Mitglieder überzeugen, dass ich die richtige Wahl war.

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