In Wanfried und den Stadtteilen werden die Laternen nachts abgeschaltet

Kein Licht zu später Stunde

Leipziger Leuchte: Die alten Quecksilberdampfleuchten (links) werden Stück für Stück ausgetauscht. Nichtsdestotrotz: Auch die sparsamen LED-Lampen (rechts) werden nachts abgeschaltet. Foto: Wetzestein/Archiv

Wanfried. In Wanfried gehen ab erstem März die Lichter aus. Zumindest die Straßenlaternen. Der Magistrat hat sich dafür entschieden, nachts die Beleuchtung mehrere Stunden abzuschalten.

Einen genauen Zeitplan erarbeitet die Verwaltung zurzeit. Damit sollen rund 22.000 Euro pro Jahr eingespart werden.

Die Abschaltung der Leuchten in der Nacht ist ein Ergebnis der Einsparungen, die durch den Schutzschirm nötig geworden sind. „Mit ihrem Votum für den Beitritt zum Schutzschirm hat die Stadtverordnetenversammlung dem Magistrat den Auftrag erteilt, Kostensenkungen zu suchen“, sagt Bürgermeister Wilhelm Gebhard. Im vergangenen Jahr hat die Stadt für die Beleuchtung in der Kernstadt und den vier Stadtteilen rund 47 000 Euro ausgegeben. Dabei brannte nur jede zweite Laterne. Die anderen waren bereits erloschen. Jetzt folgen die anderen Leuchten. Fast die Hälfte wird gespart, wenn die Lampen am späten Abend ausgeschaltet werden. Die Kosten sollen auf 25 000 Euro reduziert werden.

„Damit orientieren wir uns an den anderen Kommunen im Kreis“, sagt Gebhard. Bis auf Eschwege, Großalmerode, Wehretal und Witzenhausen gibt es in allen Kommunen nachts eine eingeschränkte Beleuchtung. Die Nachtabschaltung war ebenfalls Thema in der Bevölkerung. „Ein Drittel aller Einsparvorschläge der Bürger hat sich um die Straßenlaternen gedreht“, sagt Gebhard.

Verworfen wurde vorerst, alle 800 Straßenlampen im gesamten Stadtgebiet sofort durch LED-Lampen zu ersetzen. 300 000 Euro würde der Austausch kosten. Amortisiert wäre die Investition frühestens in 27 Jahren. „Wir werden nach und nach die kaputten Quecksilberdampfleuchten durch neue LED ersetzen“, sagt Gebhard. In Aue wurde im Sommer der Anfang gemacht. „Hier hatten wir mit Abstand die älteste Straßenbeleuchtungstechnik“, sagt Gebhard. Insgesamt hat Wanfried im vergangenen Jahr 127 Laternen umgerüstet. Die Investitionen hierfür liegen bei rund 98 000 Euro. 40 Prozent davon wurden aus Bundesmitteln gefördert. Bis auf die Lange Straße und die Rasenstraße werden im Stadtteil Aue alle 66 Laternenköpfe ausgewechselt. Im Stadtgebiet Wanfried

„Mit der Nachtabschaltung orientieren wir uns an den anderen Kommunen im Kreis.“

Wilhelm Gebhard

werden in Plouescatstraße, Triftweg, Schulstraße, Hohmann-Gottsleben-Weg, Höllgrabenweg, Senefelder Straße und Amselweg insgesamt 61 auf die LED-Technik umgerüstet. 21 Watt beleuchten jetzt die Straßen, 86 Watt waren es vor dem Austausch. Trotz des verminderten Stromverbrauchs: „Auch die LED-Lampen werden nachts ausgeschaltet“, sagt Gebhard.

Von Tobias Stück

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