Verschönerungsprogramm des Landes ist für Wanfried nach dem Schutzschirm-Vertrag nicht mehr finanzierbar

Letzte Dorferneuerung dieser Art

Wenn es nötig ist, packen viele mit an: Die Abrissarbeiten haben die Freiwilligen aus Völkershausen in Eigenregie übernommen. Die Helfer haben mehr in Eigenleistung erarbeitet, als sich die Planer vorher vorstellen konnten.

Völkershausen. Der Wanfrieder Stadtteil Völkershausen hat noch einmal richtig Glück gehabt. Denn eine Dorferneuerung in diesem Ausmaß wird es jetzt - nachdem die Stadt Wanfried unter den Schutzschirm des Landes gegangen ist - nicht mehr geben.

Die Stühle haben ausgedient. Jetzt soll es 150 neue geben.

Allein 400.000 Euro hat die Stadt für die Renovierung des Dorfgemeinschaftshauses veranschlagt. Auch wenn der größere Teil dieser Summe subventioniert wird, bleiben noch 160 000 Euro für die Stadt übrig. Die Verwaltung kann sich aber bei den Völkershäuser Ehrenamtlichen bedanken, die dafür gesorgt haben, dass mit dem vorhandenen Geld das maximale Ergebnis herausgeholt wurde. Und dieses Ergebnis kann sich sehen lassen.

Der Saal mit Dielenboden ist ein Schmuckstück mit modernen Anforderungen. Die neue Theke hat die Brauerei gestiftet.

Hauptsächlich wurde der Verbindungsbau zwischen der Gemeindeschänke und dem Saal von Grund auf renoviert. Hier wurden Wände verschoben, der Fußboden neu verlegt und ein neuer Anstrich vorgenommen. Der kleine Saal, die Küche, der Vorsaal, die sanitären Anlagen und vor allem die Trennwände wurden neu gemacht. Bürgermeister Wilhelm Gebhard bedankt sich hier bei einer Firma, die den Auftrag, die Trennwände zu reparieren, zurückgegeben hat. „Sie haben dazu geraten, neue Trennwände einzubauen, um eine langlebige Lösung anzustreben.“ Damit verlor die heimische Firma den Auftrag und eine Firma aus Münster sprang ein. Der Preis verdoppelte sich, die Lebenszeit der Trennwände vermutlich auch. Von außen wird das Gebäude energetisch aufgewertet. Neue Fenster, eine neue Fassade und die Reparatur des maroden Flachdachs standen hier an.

Zurzeit belaufen sich die Gesamtkosten der Renovierung des Dorfgemeinschaftshauses auf rund 380 000 Euro. „Damit bleibt noch Geld für eine neue Küche, Stühle und Tische übrig“, freut sich Ortsvorsteher Manfred Schneider, dem gerade Tische und Stühle seit Beginn der Planungen am Herzen liegen. Am Montag hat der Magistrat beschlossen, Stühle und Küche erst in Auftrag zu geben, wenn alle Schlussrechnungen eingetroffen sind.

Schneider kann sich zu Recht freuen, denn die Einsparungen sind der Verdienst von ihm und den anderen freiwilligen Helfern. Schneider gilt während der Dorferneuerung als Antreiber und Motivator. Selbst würde er das nicht zugeben. Bürgermeister Gebhard lobt den Ortsvorsteher aber ausdrücklich. „Manfred Schneider hat der Stadt viel Zeit, Arbeit und Geld gespart.“ Schneider war der Mittler zwischen Architekt, den Firmen, Stadt und den Bürgern und hat sogar eigene Angebote eingeholt.

Sämtliche Abrissarbeiten (Fenster, Dach, Toiletten, Fliesen, Heizung und Türen) haben die Männer übernommen. Alle Malerarbeiten stammen ebenfalls von den Freiwilligen. Dazu haben sie alle 16 Türen aufgearbeitet und die Holzdecken im Außenbereich verkleidet.

1300 Arbeitsstunden wurden am DGH ehrenamtlich geleistet. Dabei hat ein fester Stamm von sechs Männern allein 800 Stunden gearbeitet. Etwa 17 Helfer waren bei den meisten Einsätzen dabei. Beim großen Saubermachen vor der Kirmes, die wie gewohnt stattfinden konnte, hatten sogar über 30 Völkershäuser mitgeholfen - zehn Prozent der Einwohner des kleinsten Wanfrieder Stadtteils.

Im nächsten Jahr wird der Vorplatz vor dem DGH neu gestaltet. Maximal 30 000 Euro darf das kosten, hat das Parlament beschlossen. Wie man die Völkershäuser kennt, werden sie das günstiger hinbekommen.

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