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Strohbärentag in Heldra

Im Strohkleid: Stefan Migenda (von links), Kim Buttlar und Marco Sippel haben sich für die langjährige Tradition am Aschermittwoch mehrere Stunden lang in Stroh einwickeln lassen. Fotos : Ziemann

Heldra. Vier Meter ragten die 25 Kilogramm schweren Strohkleider in die Höhe, in die vier junge Männer am Aschermittwoch von zahlreichen fleißigen Helfern eingewickelt wurden. Denn am traditionellen Strohbärentag ziehen die Heldraer Männer seit Generationen durch den Ort, um den Winter auszutreiben.

„Ich bin dieses Jahr das dritte Mal dabei“, sagte Strohbär Kim Buttlar. „Ich habe mich zwar das ganze Jahr auf den Aschermittwoch und die Tradition gefreut, bin aber auch froh, wenn alles vorbei ist.“ Denn in den trockenen Kleidern kann es bis zu 50 Grad heiß werden und trinken und essen geht nur mit Hilfe der Bärenführerinnen. „Wir kümmern uns um das leibliche Wohl der Jungs, solange sie in Stroh eingewickelt sind“, sagte Bärenführerin Saskia Ritz.

Lange Tradition: Den Strohbärenumzug haben schon viele Generationen erlebt. Dieses Bild entstand 1950 in Heldra. Foto: privat

Nach der aufwendigen, über zweistündigen Wickelung durch die geübten Hände der „Altbären“, mussten die Männer in ihren starren, unbeweglichen Kleidern aus Roggenstroh auf die Ladefläche eines Traktors gehievt und zum Eingang des Dorfes gebracht werden, wo sie schon erwartet wurden. Von da aus ging es in Begleitung zahlreicher Fotografen, Schaulustiger, Bärenführerinnen und der Katzenmusikkapelle aus Heldra durch die Straßen.

Um überhaupt laufen zu können, mussten die Bären aber vorerst noch „gebrochen“ werden. Mit der Hilfe von kräftigen Händen, die die jungen Männer im Stroh einmal kurz so weit wie möglich nach hinten bogen, brach das starre Kleid an den Knien und Ellenbogen und gab den Bären wenigstens etwas Bewegungsfreiheit.

Von Theresa Ziemann und Christine Junghans

Strohbärentag in Heldra

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