Maxim Kowalew Don Kosaken begeistern in der Wanfrieder Stadtkirche

Uniformiert und stimmgewaltig: Die Maxim Kowalew Don Kosaken begeisterten das Publikum in der evangelischen Stadtkirche in Wanfried. Foto: Möller

Wanfried. Wenn sieben Männerstimmen mit ihren Gesängen die Evangelische Stadtkirche von Wanfried in ihren Grundfesten erschüttert, dann sind die Maxim Kowalew Don Kosaken im Reich der Brombeermänner.

Am Mittwochabend demonstrierte das Septett um Dirigent und erstem Tenor Viachaslau Yeromin stimmgewaltig und doch voller Gefühl eine Auswahl aus dem reichhaltigen Schatz der russisch-orthodoxen-sakralen Chorliteratur sowie Volkslieder voller Lebensfreude, Sehnsucht und Wehmut in dem alt-ehrwürdigen Sakralbau.

Stimmliche Präzision und wohldosierte Dynamik begeisterten die rund 150 Zuhörer vom ersten Ton an. Ganz in Schwarz gekleidet, intonierten die Männer aus Weißrussland zu Beginn des Konzertes getragene Lieder aus der russisch-orthodoxen Kirche im originalen Arrangement, sorgten hier der Bass Dima Belov und der gewaltige Bariton Uladzimir Salodki für erste umjubelte Höhepunkte. Mit großer Inbrunst vorgetragen, erfüllten Melodien wie „Eine Klosterlegende“, „Abendglocken“ und „Ich bete an die Macht der Liebe“, komponiert von Dimitri Stepanowitch Bortnjanski, das Gotteshaus.

Die Maxim Kowalew Donkosaken entführten ihre Zuhörer in die Welt des alten Russlands und in die melancholische Wolgalandschaft. Faszinierend das Zusammenspiel der einzelnen Stimmen. Jeder Chorsänger, hervorragend ausgebildet, glänzte während des Konzertes mit einem Solopart. Bass, Bariton und Tenor präsentierten sich absolut stimmsicher. Aber wenn die russischen Künstler gemeinsam als Chor loslegten, dann war von all dem nichts mehr zu hören. Tenöre, Baritons und Bass vereint erzeugten bei allen Liedern einen beeindruckenden Klangkörper und teilweise Gänsehautgefühl. Die exzellente Ausbildung an den Hochschulen in Russland ist ebenso beeindruckend wie die Stimmgewalt des Septetts, das ohne technisches Schnickschnack einen Sakralbau wie das im 19. Jahrhundert erbaute Wanfrieder Gemäuer komplett ausfüllt.

Nach der Pause wurde es mit Volksweisen stimmungsvoller, was sich auch in dem am Ende jedes Vortrags aufbrandenden Applaus widerspiegelte. Angeführt von Nikolai Bykov und seinem Akkordeon erfüllten Traditionsgesänge wie „Stenka Rasin“, „Wolgalied“, „Hinter dem Don“, „Schneegestöber“, Marusja“ und „Ein Kosak spaziert am Don“die Kirche, klang das denkwürdige Konzert mit „Oh du Fröhliche“ und „Guten Abend, gute Nacht“ sowie dem nicht fehlen dürfenden „Kalinka“ aus.

Von Dieter Möller

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