Mitmachzirkus: Kleine Stars in der Manege

In luftiger Höhe: Gleich fünf Schülerinnen hängen hier im Ring unter dem Zirkusdach.

Wanfried. Sie haben Hunde, Tauben und Ziegen dressiert, blödelten als Clowns durch die Manege und zeigten Akrobatik am Boden und in der Luft. Während der Projektwoche der Gerhart-Hauptmann-Grundschule in Wanfried waren rund 180 Kinder aus allen Klassen vier Tage lang kleine Stars in der Manege.

Aufgeregt flitzen die Grundschüler durcheinander. Kurz vor der Galavorstellung steigt das Lampenfieber bei den Jungen und Mädchen kräftig an. Ihre Nervosität können sie jetzt nicht mehr verbergen. Als aber das Zirkuslicht angeht, die stellvertretende Schulleiterin Susann Groß die Manege freigibt, scheint alle Aufregung bei den jungen Artisten wie weggeblasen zu sein. Mit voller Konzentration zeigen sie Eltern, Familien und Freunden, was sie in den vergangenen Tagen im Zirkus Casselly erlernt haben.

Die Gerhart-Hauptmann-Schule (GHS) in Wanfried hat für ihre Projektwoche, die gestern endete, den Mitmachzirkus Casselly eingeladen. Das macht die Grundschule alle vier Jahre, damit jedes Kind, das die Schule besucht, wenigstens einmal Zirkusluft schnuppert. Teil einer Zirkusaufführung zu sein, bedeutet Teil eines Ganzen zu sein. „Jedes Kind spürt und erfährt, dass man sich im Zirkus aufeinander verlassen können muss“, sagt Alois Kaselowsky, Leiter des Zirkus. Das erfordere und fördere zugleich rücksichtsvolles und zuverlässiges Verhalten, wie auch die Bereitschaft, Verantwortung für andere zu übernehmen.

Den sicherlich schwierigsten Job bei der Premiere der Galavorstellung hatten Leonie Lorenz und Alix Bürmann. Die beiden sollten als Erste in die Manege treten und als Conférenciers den Abend eröffnen. Zu einem Zeitpunkt, als die Aufregung längst noch nicht verflogen war. Sie erledigten die Eröffnung souverän und machten die Manege frei für die Hundedressur. Die Kinder ließen einen kleinen Mischling über Hindernisse und durch Reifen springen und zeigten bei der Arbeit mit dem Hund auch selbst körperlichen Einsatz. Auf keinen Fall fehlen dürfen in einem Zirkus die Clowns. Gleich eine ganze Reihe von ihnen hatte in ihren bunten Kostümen insgesamt vier Auftritte. Auch sie zeigten vollen Einsatz beim Tanz und in kleinen Sketchen und erheiterten das Publikum von Beginn an. Die Taubendressur und die Arbeit mit den beiden Ziegen des Zirkus komplettierte das Tierprogramm.

Mitmachzirkus für Kinder in Wanfried

Großen Wert legt der Mitmachzirkus auf die Sicherheit. Das Zelt für bis zu 500 Personen ist vom Bauamt abgenommen, alle Aktionen der Kinder werden ständig kontrolliert. Mit dem Zirkus Casselly hat die GHS gute Erfahrung gemacht, sodass die Artistenfamilie zum wiederholten Mal auf dem Festplatz Griesgraben in Wanfried gastierte. Alle rund 180 Schüler der Klassen eins bis vier durften in gemischten Gruppen mitmachen und auftreten. Der Förderverein der Schule hatte das Projekt großzügig gesponsert. Und auch die Eltern wurden eingespannt - nicht nur als begeistertes Publikum. 20 Väter hatten sich an Pfingsten bereit erklärt, am Aufbau des Zirkuszeltes mitzuwirken. Auch beim Abbau war der Einsatz der starken Väter wieder gefragt. Am Donnerstag- und Freitagabend durften die Eltern sehen, was ihre Kinder während der vier Tage lernten. Am Freitagmorgen waren zur öffentlichen Generalprobe die Kindergärten der Umgebung eingeladen.

Der Atem der Eltern stockte, als sie die Kinder in luftiger Höhe bei artistischen Einlagen am Trapez oder am Ring beobachteten. Diese Vorstellungen waren zugleich der Höhepunkt der Show und wurden mit dem größten Applaus der erleichterten Eltern bedacht.

Eine weitere Galavorstellung findet am Freitagabend um 18 Uhr statt.

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