245 000 Euro: Fachwerk-Musterhaus bleibt im Kostenrahmen

Interessenten: Eine Delegation aus dem Vogelsberg interessierte sich für das Fachwerk-Musterhaus. Foto: privat

Wanfried. 245 000 Euro hat der Aufbau des Fachwerk-Musterhauses in Wanfried insgesamt gekostet. Diese Summe stellte jetzt Bürgermeister Wilhelm Gebhard auf Anfrage des SPD-Stadtverordneten Joachim Hofmann vor. Damit sei das Modellhaus 2000 Euro günstiger als von der Stadtverordnetenversammlung veranschlagt.

Mit Beschluss aus dem Jahr 2010 hatte das Stadtparlament beschlossen, dass das Projekt nicht mehr als 180 000 Euro kosten dürfe. Noch im gleichen Jahr war absehbar, dass das die Sanierung des Hauses zu diesem Preis nicht finanzierbar ist. Das Budget wurde auf 230 000 Euro hochgesetzt, später auf 247 000 Euro korrigiert.

Die Stadt Wanfried kommt nur für einen Teil der Kosten auf. 73,26 Prozent werden durch das Land Hessen getragen. Rund 62 000 Euro muss Wanfried zahlen. Betrieben wird das Haus in erster Linie von der Bürgergruppe für den Erhalt Wanfrieder Häuser. Sie halten dort Vorträge und Schulungen ab und zeigen Interessenten die Möglichkeiten, ein Fachwerkhaus zu restaurieren.

In der vergangenen Woche informierte sich eine Delegation aus Abgeordneten, Ortsvorstehern und Gemeindevorstandsmitgliedern der Gemeinde Grebenhain über den Umgang mit leer stehenden Immobilien und der Vermarktung der Objekte in Deutschland und im europäischen Ausland. Dabei stand die intensive Zusammenarbeit der Stadtverwaltung mit der ehrenamtlich agierenden Bürgergruppe für den Erhalt Wanfrieder Häuser sowie das Fachwerkmusterhaus im Fokus des Interesses.

Auch die Gemeinde Grebenhain im Vogelsbergkreis mit 15 Ortsteilen leidet erheblich unter den Folgen des demografischen Wandels und den damit verbundenen Begleiterscheinungen wie leer stehende Immobilien und Kaufkraftverlust. Im Zeitraum von 1995 bis heute hat die Gemeinde Grebenhain insgesamt ca. 600 Einwohner verloren, wie Bürgermeister Manfred Dickert (parteilos) berichtete.

Bürgermeister Wilhelm Gebhard kritisierte in seinem Vortrag vor der Grebenhainer Delegation die Pläne der Politik, in Ballungsräumen den sozialen Wohnungsbau massiv zu fördern, anstatt sich Gedanken zu machen, wie man das Leben auf dem Land deutlich attraktiver machen könne, in dem man dort die Arbeitsplatzsituation fördere. (ts)

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