Nach Gutachten: Wanfrieder Plesseturm ist jetzt gesperrt

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Der Plesseturm ist 21,50 Meter hoch, die Aussichtsplattform liegt auf 18 Meter Höhe. Der Turm wurde am 14. Mai 1964 offiziell seiner Bestimmung übergeben wurde.

Wanfried. Der Zugang zum Wanfrieder Wahrzeichen Plesseturm ist ab sofort aus Sicherheitsgründen gesperrt. Das teilt Wanfrieds Bürgermeister Wilhelm Gebhard jetzt mit. Die Stadt Wanfried reagiert damit auf ein Gutachten der Dekra, die den Turm im Auftrag des Magistrats untersucht hat.

 „Der Magistrat wollte Gewissheit, bevor weitere Instandsetzungsarbeiten aus den eingegangenen Spendengeldern in Auftrag gegeben werden“, sagt Gebhard.

Das Gutachten

Die Gutachterin, die das 50 Jahre alte Wanfrieder Wahrzeichenim Februar bei einem Ortstermin Stockwerk für Stockwerk auf Herz und Nieren überprüft hat, kommt in dieser Stellungnahme zum Ergebnis, dass die Standsicherheit und die Verkehrssicherheit des Bauwerks erheblich beeinträchtigt und aktuell nicht mehr gegeben sind. Die gesamte Holzkonstruktion des Plesseturms ist gekennzeichnet von der Verwitterung der Holzprofile und des Holzschutzes, einhergehend mit Rissen, Abwitterungen, Versprödungen, Absplitterungen und zum Teil von Fäulniserscheinungen. Pilze oder Insektenbefall konnten zum Zeitpunkt der Prüfung nicht festgestellt werden.

Die Reaktion

Das 82-seitige Gutachten hat die Stadt Wanfried dazu veranlasst, kurzfristig zu reagieren. Das Erdgeschoss ist weiterhin zugänglich, der Aufstieg zum Turm wurde zwischenzeitlich vom Bauhof verschlossen.

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Die Prognose

Erfreulich ist, dass die Gutachterin trotz der Feststellungen zum Ergebnis kommt, dass das Wanfrieder Wahrzeichen durch Instandsetzungsmaßnahmen mit Teilaustausch geschädigter Profile erhalten werden kann. Der genaue Umfang und der damit verbundene finanzielle Aufwand der Instandsetzungsmaßnahmen muss jedoch in den kommenden Wochen und Monaten erst noch ermittelt werden.

Die Spendenaktion

Im Herbst hatte die Stadtverwaltung zu einer Spendenaktion für das Wanfrieder Wahrzeichen aufgerufen. Jede der 96 Stufen bis zur Aussichtplattform sollte an einen Spender, der mindestens 100 Euro geben würde, verkauft werden. Auf den Stufen wird dann ein Metallschild mit dem Namen des Spenders angebracht. Bis Weihnachten waren alle 96 Stufen verlauft. Insgesamt kamen so über 14 000 Euro zusammen. „Die bereits vorhandenen Spendengelder aus dem Stufenverkauf sind voraussichtlich in keinem Fall ausreichend,“ so Gebhard. Erst wenn der Gesamtaufwand für den Erhalt des Wanfrieder Plesseturms feststeht, können die städtischen Gremien eine weitere Vorgehensweise beraten und die Öffentlichkeit erneut informieren. Bis dahin bleiben die gesammelten Spendengelder unangetastet.

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