Plan B ist aufgegangen

Landhotel Gemeindeschänke feiert 20-jähriges Bestehen

Altenburschla. Das Landhotel Gemeindeschänke in Altenburschla hat sich zu einer Adresse für diejenigen entwickelt, die eine regionale Küche mit Anspruch mögen. Dafür nehmen die Gäste seit 20 Jahren weite Anreisen in Kauf.

Dabei ist die Gemeindeschänke eigentlich nur Plan B von Claudia und Hartwig Gehl gewesen. Und der ist aufgegangen.

PLAN A

Das Ehepaar Gehl hatte in den 1990er-Jahren den Stadtpark in Wanfried gepachtet. Das Bürgerhaus der Stadt mit Restaurant und Hotel lief gut, brannte aber am 2. August 1995 komplett ab. „Von heute auf morgen wurde uns die Existenz genommen, wir besaßen nur noch das, was wir am Leib trugen“, sagt Claudia Gehl. Durch einen Zufall hatten die Gehls gerade die Gemeindeschänke der Stadt Wanfried in Altenburschla gepachtet. Hier sollte ein Lokal für den Sommer aufgebaut werden.

PLAN B

Der Sommerladen musste jetzt die Existenz der vierköpfigen Familie sichern, denn der Feuerschaden belastete die Gehls auch finanziell. Die volle Konzentration richteten sie jetzt auf ihr Lokal in Altenburschla. Am 7. Oktober 1995 eröffneten sie Restaurant und Pension. 1997 wurde ein Biergarten angebaut, 2001 bauten sie das ehemalige Dorfgemeinschaftshaus von Altenburschla zu einem Gästehaus aus. Elf Zimmer mit 23 Betten stehen zur Verfügung. Seitdem ist die Gemeindeschänke ein Landhotel, das mit drei Sternen ausgezeichnet ist. 2002 ergänzte ein Ferienhaus an der Werra das Angebot. Urlauber und Handelsreisende kommen gleichermaßen. 40 000 Übernachtungen haben sie seitdem gezählt. „Es war eine Fügung, dass wir einen Plan B hatten“, sagt Claudia Gehl.

REGIONALE KÜCHE

In den vergangenen 20 Jahren hat sich Küchenchef Hartwig Gehl ein Netzwerk an regionalen Anbietern aufgebaut, die ihn mit Produkten aus dem Umland beliefern. „Ich möchte sauber und fair mit guten Lebensmitteln kochen“, sagt Gehl. Das ist auch der Slow-Food-Initiative aufgefallen, die die Gemeindeschänke seit 2013 dreimal in den Restaurantführer aufgenommen hat.

DAS TEAM

Zehn Mitarbeiter sind in der Gemeindeschänke angestellt. Damit stellt der Betrieb die meisten Arbeitsplätze in Altenburschla zur Verfügung. 20 junge Menschen haben hier ihre Ausbildung absolviert. „Das machen wir, um uns gute Fachkräfte zu sichern“, sagt Hartwig Gehl. Zusammen mit den Mitarbeitern hat er in den vergangenen 20 Jahren rund eine Viertelmillion Essen ausgegeben.

Von Tobias Stück

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