Lampedusa: Wanfrieder Initiative will Politik drängen, nach Lösungen zu suchen

Plattform für Flüchtlinge

Gemeinsam für afrikanische Flüchtlinge: Der Wanfrieder Wolfgang Lieberknecht (rechts) und die Initiative Black&White möchten ein Netzwerk gründen, um den Menschen zu helfen. Foto: privat

Wanfried. Die Initiative Black&White aus Wanfried plant, eine Plattform für die Lampedusa-Flüchtlinge einzurichten, die dazu beitragen soll, das Sterben der afrikanischen Flüchtlinge im Mittelmeer zu verhindern. Länder- und kontinentübergreifend soll eine Bürgerstimme geschaffen werden, die die Politik drängt, nach ernsthaften Lösungen zu suchen. Zu diesem Zweck sucht die Wanfrieder Initiative in Deutschland, Europa und Afrika nach Menschen, die ein Netzwerk schaffen wollen.

„Wir halten es nicht für zielführend, nur Schlepperbanden zu bekämpfen, die Zäune, Schiffs- und Satellitenüberwachung der Grenzen zu verstärken, die nordafrikanischen Länder aufzurüsten, damit sie die Flüchtlinge schon an ihren Grenzen abfangen“, sagt Wolfgang Lieberknecht von der Initiative Black&White. „Das alles trifft nicht den Kern des Problems.“ Wie diese Fluchtursachen beseitigt werden können und wie Europa und Deutschland dazu beitragen können, dass die Menschen ohne Bedrohung, Angst und Hoffnungslosigkeit in ihren Ländern menschenwürdig leben können, müsse geklärt werden.

Die Initiative Black&White wurde als gemeinnütziger Verein von afrikanischen Flüchtlingen und Deutschen in Wanfried gegründet. Seit vielen Jahren geht der Verein mit einer Tourgruppe bundesweit zu Projekttagen in Schulen, Kirchengemeinden und zu Eine-Welt-Initiativen mit der Botschaft: „Es ist unmenschlich Grenzen dichtzumachen, wenn die Fluchtursachen fortbestehen.“ Sie rufen zur Zusammenarbeit auf, um eine Welt aufzubauen, die für alle funktioniert. Der Verein bringt diese Botschaft mit einem Programm rüber, das Begegnung, Musik, Lebensfreude und ernste Information als Erlebnistag kombiniert.

„Wir wollen diesen Aufruf gemeinsam veröffentlichen mit anderen Organisationen und Menschen, wenn möglich auch Prominenten und Politikern“, sagt Lieberknecht. Für ihr Netzwerk sucht die Initiative jetzt Mitstreiter. Meinungen sollen dort ausgetauscht werden und gemeinsame Aktionen geplant werden. Möglichst schnell soll ein erstes Treffen geplant werden, um über den Aufbau und Arbeitsweise der Plattform zu beraten. Auf Facebook wurde bereits ein Profil eingerichtet (www.facebook.com/lampedusa.plattform). Und auch im Internet gibt es eine Online-Präsenz (www.lampedusaplattform.wordpress.com). „Wir wollen dazu beitragen, dass jetzt neue Wege beschlossen werden, um die Fluchtursachen zu überwinden, die Menschen dazu bringen, auf der Flucht ihr Leben zu riskieren“, sagt Lieberknecht.

Von Tobias Stück

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