Wanfried will 2013 durch eigene Initiative 287 000 Euro sparen

Rotstift strikt angesetzt

+
Das Wanfrieder Schwimmbad steht trotz der vielfältigen Einsparungen nicht zur Diskussion. Hier will die Stadt in Zukunft aber weniger drauflegen. Durch Gebührenanhebung und Zuschusskürzung sollen 6000 Euro eingespart werden.

Wanfried. Die Stadt Wanfried will im kommenden Jahr allein 287 000 Euro durch Konsolidierungsmaßnahmen einsparen. Damit tragen die Haushaltssicherungsmaßnahmen mehr als die Hälfte des Anteils, die die Stadt 2013 einsparen wird. Der Haushalt wird sich von etwa 1,4 Millionen Minus um eine halbe Million auf ein Defizit von rund 900 000 Euro verbessern. Bis 2015 will die Stadt einen ausgeglichenen Haushalt präsentieren.

Das meiste Geld nimmt die Stadt 2013 durch die Erhöhung der Steuern ein. Das Parlament hat bereits beschlossen die Grundsteuern A (auf 410 Prozent) und B (auf 400 Prozent) sowie die Gewerbesteuern (auf 400 Prozent) anzupassen. Die Grundsteuer A betrifft Land- und forstwirtschaftliches Vermögen und wird etwa 11 000 Euro Mehreinnahmen bringen. Von der Erhöhung der Grundsteuer B sind Grunstücksbesitzer betroffen. Hier will die Stadt 70 000 Euro von den Bürgern mehr einnehmen. 130 000 Euro mehr sollen die Wanfrieder Unternehmen durch die Gewerbesteuer zahlen.

Die Stadt setzt den Rotstift rigoros an. Sie zahlt die 1000 Euro Zuschuss für den Bürgerschaftspreis nicht mehr und verabschiedete sich auch von dem erst vor knapp fünf Jahren eingeführten Windelbonus (2000 Euro). Durch Anpassung der Eintrittsgelder für das Schwimmbad und Reduzierung der Zuschusskosten sollen 6000 Euro eingespart werden. „Wir müssen jetzt versuchen auf Sponsoren zurückzugreifen, die uns unterstützen können“, sagt Bürgermeister Wilhelm Gebhard. Eher Kleckerbeträge zwischen 22 und 60 Euro werden durch die Kündigung von Vereinsmitgliedschaften gespart.

Die strikten Konsolidierungsmaßnahmen hängen mit dem kommunalen Schutzschirm des Landes Hessen zusammen. Das Land hat bereits signalisiert, Wanfried unter diesem Schutzschirm aufzunehmen und Schulden der Stadt in Höhe von über vier Millionen Euro zu übernehmen. In einer Sondersitzung am 12. Dezember müssen die Stadtverordneten abstimmen, ob Wanfried unter den Schutzschirm treten soll. Nach Informationen der Werra-Rundschau ringen die drei Fraktionen noch um eine Entscheidung. Nach Vorschlag des Landes soll die Grundsteuer B auf über 500 Prozent angehoben werden. Im Moment suchen die Abgeordneten nach anderen Einsparpotentialen, um eine Erhöhung in dieser Größenordnung zu verhindern.

Bevor die Parlamentarier entscheiden, werden die Bürger informiert. Heute Abend um 19.30 Uhr hat Stadtverordnetenvorsteherin Jutta Niklass eine Bürgerversammlung angesetzt. Im Saal des Hotels Zum Schwan werden die Auswirkungen des Schutzschirms auf die Stadt Wanfried diskutiert. Was kann man tun? Wie geht es weiter?

Von Tobias Stück

Kommentare