Kinder graben unter fachkundiger Anleitung Überreste aus der Vergangenheit aus

Schatzsuche in der Burg

Der Vergangenheit auf der Spur: Jannis Görlinger, Lucas Kringel und Lennart Görlinger gehören zu den Nachwuchs-Archäologen, die in der Wasserburg in Aue nach Überrresten suchten. Sie fanden etwa Teile von Rüstungen, Fensterglas und Möbelscharniere. Foto: Salewski

Aue. Das Feuer kam überraschend: Jene Kroaten, die die Wasserburg in Aue während des dreißigjährigen Krieges eingenommen hatten, ließen auf der Flucht vor den Flammen alles stehen und liegen

„Das lässt sich heute sehr gut aus unseren Funden rekonstruieren“, erklärt Historiker Dr. Karl Kollmann von der Arbeitsgemeinschaft Archäologie im Werra-Meissner-Kreis, „es deutet alles darauf hin, dass die Wasserburg aus Fahrlässigkeit niederbrannte und einstürzte.“

Das erklärte er in dieser Woche vor Ort auch den Jungen und Mädchen, die an einer ganz besonders spannenden Aktion der Eschweger Ferienspiele teilgenommen hatten: Sie begaben sich in der Ruine der Burg auf Schatzsuche - und das unter fachkundiger Anleitung. Mitglieder der Archäologie-AG sowie des Heimatvereins Aue machten die Jungen und Mädchen mit den grundlegenden Techniken der Ausgrabung vertraut: „Wir buddeln hier nicht in der Erde herum. sondern tragen ganz vorsichtig Schicht für Schicht ab“, so Dr. Karl Kollmann, „so können wir Fundstücke sichern und die Wasserburg gleichzeitig immer weiter freilegen.“

Das ist das große Ziel aller archäologischen Bemühungen rund um die Wasserburg, die im späten Mittelalter vom Adelsgeschlecht von Eschwege erbaut worden war. Denn nach dem Brand fiel das einst mehrgeschossige Gebäude zusammen. Die Fundstücke zeugen von großem Wohlstand der Herren, die dort lebten. Fein gearbeitetes Fensterglas, verzierte Möbelreste und Teile von Rüstungen fanden auch die Jungen und Mädchen, die hier zwei Nachmittage lang fleißig arbeiteten: „Ich finde das total spannend“, sagte etwa Greta Seip, „erst anhand der Sachen, die wir hier finden, können wir uns so richtig vorstellen, dass hier einmal Menschen gelebt haben.

Bilder von der Wasserburg

Auf den Spuren der Archäologie

Wir haben zum Beispiel einige abgenagte Tierknochen und Ton gefunden, so dass wir davon ausgehen können, dass dort, wo wir gesucht haben, vielleicht einmal die Küche oder das Esszimmer waren“, meint sie. Mit dieser Vermutung lag sie auch genau richtig, wie Karl Kollmann bestätigte. Er freute sich sehr über den Forscherdrang der Kinder.

Von Melanie Salewski

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