Im schlimmsten Fall wird der Heimatverein Heldra Dienstagabend aufgelöst

Das Dilemma: Die Verschönerung des Ortes gehört zu den wichtigsten Aufgaben des Heimatvereins. Mittlerweile finden sich aber zu wenig Mitstreiter. Foto: privat

Heldra. Der Heimatverein Heldra steht vor einer zukunftsweisenden Sitzung. Heute Abend wird sich entscheiden, ob der Verein eine Zukunft haben wird. Sollte sich in der Versammlung kein neuer Vorstand finden, könnte der Verein aufgelöst werden.

Das Problem 

Der Kern des Dilemmas sind die aktiven Mitglieder. „Es sind immer dieselben, die helfen“, sagt Werner Müller-Gall, bislang Vorsitzender des 120 Mitglieder zählenden Vereins. Vier bis fünf finden sich zu den Arbeitseinsätzen, die einen wesentlichen Bestandteil der Aufgaben des Vereins ausmachen. „Die dreifache Menge an Helfern wäre erforderlich, um alle Arbeiten zu erledigen.“

In der turnusgemäßen Jahreshauptversammlung im Februar war der Vorstand nicht wieder angetreten. „Die Motivation ist einfach weg, wenn man zu wenige Unterstützer hat“, sagt Müller-Gall. Es sei Zeit, die Verantwortlichen neu zu mischen. Der Vorstand besteht zurzeit aus dem Vorsitzenden Werner Müller-Gall, seinem Stellvertreter Helmut Bockel, den Kassierern Stefan Schein und Mario Felsberg, den Schriftführern Ines Hoßbach und Waltraud Schein, die zusammen mit Catrin Wille auch den Verschönerungsrat bildet.

Die Arbeiten 

Der Heimatverein sammelt im Januar die Weihnachtsbäume ein, fährt im Frühjahr die Pflanzkübel aus, bepflanzt sie und stellt die Bänke im und um den Ort auf. Im Herbst passiert das gleiche Spiel umgekehrt. Zwischendurch wird der Ort in Schuss gehalten. Hauptaufgabe dabei ist das Rasenmähen. Im Oktober wird ein Lebendkickerturnier organisiert, in der Weihnachtszeit wird das Dorf geschmückt.

Die Entscheidung 

Alle interessierten Bürger sind heute Abend um 20 Uhr in den Bücherraum des Bürgerhauses Heldra eingeladen. Für den Vorstand haben sich potenzielle Kandidaten gefunden. „Die übernehmen aber nur Verantwortung, wenn ihnen Unterstützung zugesichert wird“, sagt Müller-Gall. Er selbst wird den Vorsitz nicht weiterführen, kann sich aber eine Aufgabe als Kassierer beispielsweise vorstellen, um bürokratische Aufgaben im Hintergrund zu erledigen.

Die Zukunft 

Sollte sich auch heute Abend kein Vorstand finden, wird der geschäftsführende Vorstand in einer nächsten Sitzung die Auflösung des Vereins beim Amtsgericht beantragen. „Das kann aber keiner in Heldra wollen“, heißt es von Seiten des Vereins.

Sollte sich jetzt doch ein Vorstand finden, wird darüber nachgedacht, die Aktivitäten des Vereins zu vergrößern, um abwechslungsreicher zu werden. Es soll mehr Kultur in den Verein einziehen. „Ein Heimatverein ist mehr als nur Rasenmähen“, sagt Müller-Gall.

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