Seltener Nachtreiher bei Wanfried gesichtet

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Seltene Sichtung: Diese Aufnahme eines Nachtreihers gelang einem Vogelbeobachter bei Wanfried. 

Wanfried. Eine geradezu sensationelle Vogelbeobachtung gelang in diesen Tagen einem Vogelbeobachter aus Wanfried: An einem als Naturschutzgebiet ausgewiesenen Kiesteich bei Wanfried konnte er einen Nachtreiher beobachten.

„Der Nachweis eines Nachtreihers an der mittleren Werra mitten in der Brutzeit ist eine große Besonderheit“, sagt Dr. Jörg Brauneis aus Eschwege.

Als Brutvogel sei der Nachtreiher in Deutschland vom Aussterben bedroht und nur noch etwa zwanzig Paare würden in Baden-Württemberg und Bayern brüten. Die Vögel bevorzugten vom Wasser regelmäßig überflutete Weiden- und Pappelwälder an Flüssen. Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts sei der Nachtreiher als Brutvogel in Deutschland weiter verbreitet gewesen, aus Hessen seien aber auch in historischer Zeit keine Bruten bekannt geworden.

Lebensraum besser geschützt

Laut Brauneis sind in den letzten Jahren die Bestände in den Niederlanden, Polen und in Norditalien deutlich angewachsen. „Dies dürfte darauf zurückzuführen sein, dass die Flussauen als Lebensraum der Art heute deutlich besser vor Zerstörungen geschützt werden und eine direkte Verfolgung der fischfressenden Nachtreiher durch Menschen kaum noch stattfindet“, sagt Brauneis.

Die Beobachtung des Nachtreihers im Werratal bei Wanfried würde aber auch zeigen, dass die Bemühungen um den Schutz der Flussauen an der Werra von Erfolg gekrönt seien. Dies sei nicht nur für die Wasservögel eine gute Nachricht, sondern auch für die Menschen, die an der Werra leben. „Denn intakte Flussauen sind der beste Schutz vor Hochwasserschäden“, sagt Brauneis. (red/dir)

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