Staupe bei Waschbären: Drei Fälle in einer Woche in Eschwege und Wanfried

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Wanfried. Eine erhöhte Anzahl von mit Staupe befallene Waschbären wird zurzeit im Raum Eschwege und Wanfried ausgemacht. Davon berichtet der Wanfrieder Tierarzt Ernst-Wilhelm Kalden.

Erst in der vergangenen Woche wurden drei erkrankte Tiere in Wanfried gefunden. Kalden warnt vor den infektiösen Tieren, weil sich die Staupe besonders auf Hunde überträgt. Für Menschen ist die Krankheit nicht gefährlich.

Symptome

„Erkrankte Tiere erkennt man recht leicht“, erklärt Kalden. Die Waschbären hätten verklebte Augen. Aufgrund einer aus der Krankheit resultierenden Hirnhautentzündung würden sie die Scheu vor dem Menschen verlieren, die Nähe suchen und Koordinationsschwierigkeiten haben. Sie taumeln. Weil sie viele Menschen in Sorge um eine Vergiftung der Tiere in Tierarztpraxen bringen, hat Kalden selbst schon erkrankte Tiere in dieser Woche in Augenschein genommen. Ein Tierarzt ist aber der falsche Ansprechpartner.

Maßnahmen

Sollte man einen Waschbär treffen, der die beschriebenen Symptome aufweist, sollte man den zuständigen Jagdpächter oder einen Förster informieren. Die Krankheit ist nicht heilbar. „Wichtig ist, die Tiere von der schmerzhaften Krankheit zu erlösen, um ihnen Leid zu ersparen“, sagt Tierarzt Kalden. Sich selbst den Tieren zu nähern empfiehlt Kalden nicht. Die Waschbären seien dann besonders bissig.

Impfung

Hundebesitzern empfiehlt Kalden, ihre Tiere impfen zu lassen. Weil die Krankheit in diesem Jahr im Februar schon so ausgeprägt sei, nimmt er an, dass die Staupefälle im Laufe des Jahres zunehmen werden.

Hintergrund:

Die Staupe ist eine Viruserkrankung, die seit Jahrhunderten bei Haushunden bekannt ist. Staupe wurde bereits beobachtet bei folgenden Familien: Hunde, Katzen, Hyänen, Marder, Kleinbären, Bären und Schleichkatzen. Kennzeichnend für die Erkrankung sind hohes Fieber und Abgeschlagenheit. Je nach befallenem Organsystem können Durchfall und Erbrechen oder Atemwegssymptome auftreten. Im weiteren Verlauf kann es zu einer Schädigung des Gehirns mit zentralnervösen Erscheinungen kommen. Bis zur Einführung der Impfung in den 1960er- Jahren war die Staupe in Deutschland eine der verlustreichsten Hundekrankheiten. Quelle: Wikipedia

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