Sabrina und Stephan Hoffmann ließen sich trotz Hochwasser auf der Wisera trauen

Zur Trauung gewatet

Auf alles vorbereitet: Sogar Gummistiefel hatten sich Stephan und Sabrina Hoffmann für ihre Trauung gekauft. Foto: Gudrun Skupio

Wanfried. Der Hafenverein machte kurzerhand das Unmögliche möglich: Nur wenige Tage nach den sintflutartigen Regenfällen und dem damit einhergehenden Hochwasser traute Bürgermeister Wilhelm Gebhard bereits gestern wieder das erste Brautpaar auf der Wisera im Wanfrieder Hafen.

Nachdem Ernst-Wilhelm Kalden vom Hafenverein am Dienstag Stephan und Sabrina Hoffmann, geborene Bührmann, versicherte es sei kein Problem trotz überschwemmten Hafens auf der Wisera zu heiraten, bereiteten sich der Fleischermeister und die Industriekauffrau mit dem Kauf neuer Gummistiefel auf das Spektakel vor, um für alles gewappnet zu sein. „In Gummistiefeln zu heiraten wäre eine tolle Gaudi gewesen, aber die Idee mit dem Trecker fanden wir auch ganz passend, da ich in der dritten Generation Landwirt bin und so ein schöner Bezug zu meinem Beruf hergestellt wurde“, erzählt der 30-jährige Bräutigam. Selbstredend, dass Trecker samt festlich geschmückten Anhänger aus dem Besitz des „Hans Dampf in allen Gassen“ stammte - wie Gebhard in seinen quietschgelben Gummistiefeln den Bräutigam während der Trauung beschrieb. In Wathosen hatten die Mitglieder des Hafenvereins keine Mühen gescheut um die Wisera, die bereits letzten Montag aus der Werra ans Land gehoben wurde, hochzeitstauglich zu machen.

So kamen 18 Hochzeitsgäste auf der Wisera unter, weitere 20 nutzen den Anhänger des Treckers als Tribüne und der Rest verfolgte die Trauung aus sicherer Entfernung vom trockenen Ufer aus. 2010 lernte sich das Ehepaar auf der Geburtstagsfeier der damals 18-jährigen Altenburschlarerin, bei der sich der Landwirt und Fleischermeister sich hobbymäßig als DJ verdingte. Es folgte ein unregelmäßiger Schriftverkehr per SMS bis es 2011 zum ersten Treffen kam und auf dem Osterfeuer in Wanfried aus den beiden ein Paar wurde. Im November 2011 machte der Wanfrieder im gemeinsamen Thailand-Urlaub seiner Sabrina einen Heiratsantrag, den er bereits seit Mai plante. Im Juli 2012 wurde das gemeinsame Glück mit der Geburt von Sohn Emil gekrönt, der passenderweise am Schützenfestsonntag zur Welt kam. „Unsere Kennenlern-Phase und unser Leben drehte und dreht sich noch heute um die Feiern in Wanfried“, fasst es das Paar glücklich zusammen, das seit zwei Jahren auf dem Hof des 30-Jährigen in Wanfried lebt und morgen schräg gegenüber in der Kirche Taufe und Trauung feiert.

Von Gudrun Skupio

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