Masterstudenten der Universität Kassel nahmen die Brombeermannstadt unter die Lupe

Wanfried bietet Lebensqualität

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Hier lebt es sich gut: Die Masterstudenten der Universität Kassel bescheinigten Wanfried eine hohe Lebensqualität - und die Möglichkeit, eine von 150 Cittàslow-Städten zu werden.

Wanfried. Entschleunigung? Die gibt es hier - und das ist gut so. Zu diesem Ergebnis kamen 14 Studenten der Universität Kassel, Fachbereich Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung, die sich über mehrere Monate intensiv mit Wanfried auseinandersetzten. „Diese Stadt bietet hohe Lebensqualität“, war ihre Erkenntnis.

Im Rahmen ihrer Studienarbeiten sollte geprüft werden, ob die Kleinstadt an der Werra die Kriterien für die Aufnahme in die Vereinigung „Cittàslow“ erfüllt. „Diese Städte müssen regionale Eigenarten erhalten, fördern und nach außen tragen“, erklärte Professor Ulf Hahne, der mit seiner Studentengruppe am Dienstagabend im Rathaussaal die Ergebnisse Bürgermeister Wilhelm Gebhard, Ute Baden vom Kultur- und Verkehrsverein, Marietta von Stryk vom Bündnis für Familie, Harald Wagner von Wanfried handelt e. V. und Peter Geerk von der Bürgergruppe Wanfrieder Häuser präsentierte.

Demnach erfüllt Wanfried schon jetzt viele der Voraussetzungen, um in den Kreis von weltweit 150 Städten aufgenommen zu werden. Geprüft wurde anhand eines Kriterienkataloges mit Punktesystem. „Wanfried hat 58 Prozent erreicht, wenn sich die Stadt auf die Aufnahme vorbereiten würde, käme sie auf 67 Prozentpunkte“, so das Ergebnis, das durch einige Stadtrundgänge, viele Telefonate und schriftliche Befragungen durch die Studenten zustande kam. Geprüft wurden Umweltpolitik, Infrastruktur, Urbanität und Gastfreundschaft gegenüber internationalen Gästen und die Aufwertung regionaler Produktion.

„Sie haben alles, was Sie brauchen, das gilt es jetzt zu erhalten“, war die Empfehlung der Stadtplaner von morgen. Man könne noch eine Bürgergenossenschaft gründen, das Kultur- und Freizeitangebot erhöhen, die Radwanderer in die Stadt lotsen, Straßenverläufe in der Altstadt ändern und Grünflächen besser nutzen, so die kritischen Prüfer. „Wer weiß denn überhaupt, was Cittàslow ist?“, fragte Bürgermeister Gebhard, der sich der Analyse seitens der Universität gern gestellt hatte und das Ergebnis für seine Stadt nutzen will. Die Wanfrieder Zuhörer vermuteten eine geringe Aussagekraft dieser Marke, finanzielle Auflagen und wenig Nutzen für die Stadt, was auch der Einschätzung der Studenten entsprach.

Es könne aber als Leitbild dienen, Wettbewerbsvorteile bringen und die Bürger motivieren, noch mehr für ihr Stadtimage zu tun, so die Studenten. „Wanfried muss sich nicht neu erfinden, es sollte seine Stärken aber erhalten und ausbauen“, sagte Prof. Hahne, der die Idee von Cittàshow für zukunftsfähig hält. Ob sich Wanfried um die Aufnahme in diesen Interessenkreis bewirbt, ist offen. (dw)

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