H.O. Persiehl kauft Familienunternehmen

Wanfried-Druck trennt sich von 42 Mitarbeitern

Wanfried. Die Wanfrieder Druckerei Kalden GmbH trennt sich bis zum 1. Februar von 42 Mitarbeitern. Das teilten Geschäftsführer Wolf-Arthur Kalden und Betriebsratsvorsitzender Markus Gaubatz gestern auf Anfrage der Werra-Rundschau mit.

Das Unternehmen wird an die Hamburger H.O. Persiehl KG verkauft und firmiert ab dem 1. Januar auch unter diesem Namen. Die Verträge wurden am 21. Dezember unterzeichnet.

Die Mitarbeiter werden nach Angaben von Geschäftsführung und Betriebsrat nicht gekündigt sondern in eine Transfergesellschaft überführt. Die neuen Eigentümer werden diese Gesellschaft, die vom Betriebsrat, Verdi, der Agentur für Arbeit und der Dekra betrieben wird, finanziell so ausstatten, dass die Mitarbeiter über zwölf Monate 80 Prozent ihres Nettolohnes ausgezahlt bekommen. In dieser Zeit beziehen die Betroffenen die volle Rentenversicherung und eine Eintrittsprämie. „Diese Zeit soll für Weiterbildungsmaßnahmen genutzt werden“, sagt Gaubatz, der an der Aushandlung dieser Lösung beteiligt war. Wer vor Ablauf dieser zwölf Monate einen neuen Arbeitsplatz findet, bekommt pro gewonnenem Monat eine Prämie. „Diese Vorgehensweise ist durchaus sozialverträglich“, kommentiert Gaubatz das Ergebnis. 39 der 42 Mitarbeiter haben dem Übergang in die Transfergesellschaft bereits zugestimmt.

Kalden, der das Unternehmen zusammen mit seinem Bruder 2010 zurück in den Familienbesitz holte, erklärte, dass Wanfried-Druck alleine nicht überlebensfähig sei. Schon seit Beginn des Jahrtausends werde man vom Land unterstützt. Fünfmal wurde der Betrieb bereits verkauft. Mit der Persiehl KG habe man einen Investor gefunden, der „zu 100 Prozent zu den Wanfrieder Überzeugungen passt“. Der neue Eigentümer will den Standort Wanfried ausbauen und kurzfristig in eine neue Druckmaschine und eine Folienprägemaschine investieren.

Von Tobias Stück

Rubriklistenbild: © Archiv

Kommentare