Wegen Villa Wahnfried

Wanfried lädt Wagner-Ur-Enkelinnen zum Stadtfest ein

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Inspiriert: Cosima Wagner (hier mit Richard Wagner auf einem Gemälde von W. Beckmann) vertraute ihrem Tagebuch an, dass der Ort Wanfried Wagner zur Namensgebung für sein Bayreuther Wohnhaus, die Villa Wahnfried, veranlasst habe.

Wanfried. Die Stadt Wanfried sieht sich als Namensgeberin der Villa Wahnfried des Komponisten Richard Wagner in Bayreuth und hat jetzt dessen Ur-Enkelinnen Katharina Wagner und Eva Wagner-Pasquier zur 1200-Jahr-Feier der Stadt eingeladen.

Die beiden Halbschwestern sind gemeinsam die Leiterinnen der Bayreuther Festspiele. Die Villa Wahnfried war der Wohnsitz Richard Wagners. Heute beherbergt es das Richard-Wagner-Museum mit Nationalarchiv und die Forschungsstätte der Richard-Wagner-Stiftung.

„Wie Ihnen sicherlich bekannt ist, verrät der Tagebucheintrag von Cosima Wagner vom 4. Mai 1874, dass die „Villa Wahnfried“ von Richard Wagner nach dem hessischen Ort Wanfried (heutige Schreibweise) benannt wurde“, schreiben Bürgermeister Wilhelm Gebhard und der Festausschussvorsitzende Otto Frank an die Wagner-Nachfahrinnen. In der Tat hatte Cosima Wagner, die Frau Richard Wagners ihrem Tagebuch anvertraut, wonach Wagner das Haus, dass er zwischen 1872 und 1874 errichten ließ, benannt hatte. „...in Hessen gäbe es einen Ort Wahnfried, es habe ihn (Wagner, die Red.) so mystisch berührt, diese Zusammensetzung der beiden Worte, und wie das Gedicht von Goethe, was nur zu dem Weisen gesprochen sei, so würde nur der Sinnige ahnen, was wir darunter verstehen“, heißt es im Tagebuch von Cosima Wagner unter dem Datum des 4. Mai 1874.

„Diese Tatsache ehrt uns sehr und ist Grund genug, Sie zu einem ganz besonderen Ereignis in unserer Stadtgeschichte einzuladen“, schrieben Gebhard und Frank an die Wagner-Ur-Ur-Enkelinnen. Eine Antwort ist noch nicht eingegangen.

Wagner selbst ließ an der Vorderseite des Gebäudes eine Widmung eingravieren, die dem Sinn des Namens eine etwas andere Nuancierung zuschreibt, aber dem Tagebucheintrag nicht widerspricht: „Hier wo mein Wähnen Frieden fand – Wahnfried – sei dieses Haus von mir benannt. Richard Wagner“, prangt noch heute an der Fassade.

Von Dieter Salzmann

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