Wanfried: Quedlinburger Oratorienchor begeistert in der Stadtkirche

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Begeisterten in der Wanfrieder Stadtkirche: der Quedlinburger Oratorienchor.

Wanfried. Anspruchsvolle Chorliteratur, stimmlich exzellent umgesetzt und dargeboten, sowie in der Wanfrieder Stadtkirche wohl noch nie zu Gehör gebrachte Orgelvariationen begeisterten am Samstagabend die Zuhörer in dem alt-ehrwürdigen Sakralbau, wo der rund 50-köpfige Quedlinburger Oratorienchor unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Gottfried Biller eindrucksvolle Proben seines Könnens gab.

Die Sänger eröffneten mit einer Hommage an den Quedlinburger Komponisten Johann Heinrich Rolle, stimmte „Meine Seele harrt auf dich“ nachhaltig auf die folgenden Werke von Felix Mendelssohn-Bartholdy, den Waliser Robert Jones und Johann Michael Haydn, der Bruder von Joseph Haydn, ein. Vier Motetten von Georg Philipp Telemann zeigten nicht nur das stimmliche Können, sondern auch das Einfühlungsvermögen des Chores auf. „Es ist die Stimmbildung und das aufeinander Hören, was unseren Chor auszeichnet“, führte Gottfried Biller im WR-Gespräch ins Feld und fügte an, dass die Sänger bereit sind, sich der Musik hinzugeben.

Biller selbst überraschte in einer Atempause für den Chor mit ebenso anspruchsvollen wie facettenreichern Improvisationen auf der Orgel, stellte er diese auf Nachfrage einer Besucherin unter den Titel „Das Einhorn mit dem goldenen Horn“. Aufgelockert durch Lesungen von Rainer Sporer, war es Robert Jones Abendlied „Der Abend kommt“ der einen wunderbaren Chorabend des Fördervereins Stadtkirche Wanfried beschloss. 

Doch ohne Zugabe konnte der Jubiläumschor im 50. Jahr seines Bestehens die Reise in sein Domizil im Kloster Volkenroda nicht antreten. Mit „Geh aus mein Herz und suche Freud“, der geistlichen Sommermusik des Dresdener Kreuzkantors Rudolf Mauersberger, trafen Gottfried Biller und seine Sänger in das Herz der frühsommerlich gestimmten Besucher.

Von Dieter Möller

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