Brombeermann hat traditionell die Regentschaft übernommen

Wanfrieder feiern Schützenfest bei Kaiserwetter

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Wanfrieder feier Schützenfest

Wanfried. Sommer, Sonne, viel Musik und jede Menge gute Stimmung auf den Straßen und im Festzelt: Wanfried feierte am Wochenende bei Kaiserwetter und in einem bunten Fahnenmeer sein 448. Vogelschießen, das traditionsreiche Volks-, Schützen- und Heimatfest der Brombeermänner.

Wenn der Brombeermann mit seinen Elfen und Zwergen im Gefolge vor dem Rathaus den Stadtschlüssel von Bürgermeister Wilhelm Gebhard überreicht bekommt, dann regiert der kleine Mann mit Kötze, 70 Jahre altem Wanderstab und weißem Rauschebart für zwei Tage die Wannefredder. In einem Jahr der „Verbannung“ auf Plessefelsen und Elfengrund hat die Symbolfigur der Brombeermänner zahlreiche Aspekte aus Politik, Sport, Kunst und Kultur gesammelt, und, je nach Wertigkeit, bringt er diese in Reimform seinen Untertanen zu Gehör. Am Samstag musste er sich zunächst an den gewechselten Standplatz der Kapelle gewöhnen und ließ sich über die Neuerung Bändchen statt Plakette aus. „Ihr Zwerge und Elfen müsst euch noch keine Gedanken über die Diskussion um den Eintritt zum Frühschoppen machen, ihr kommt noch umsonst rein!

Die Diskussion

Bürgermeister Wilhelm Gebhard hatte sich zuvor in seiner Begrüßung ebenfalls über die „unsägliche Diskussion“ bezüglich des Eintrittspreises für den Frühschoppen ausgelassen und rief allen zu, die keine drei Euro haben: „Wenn ihr 20 Bier trinkt und scheut den Eintrittspreis, dann kommt zu mir, ich bezahle ihn!“ Nun darf man gespannt sein, wie viele Wanfrieder am heutigen Vormittag davon Gebrauch machen.

Der Zusammenhalt

Brombeermann Uwe Roth scheute auch keinen Vergleich mit dem Johannisfest, bleibe man in Wanfried trotz Grundsteuererhöhung und vermehrter gelber Autonummern ruhig, habe sogar mit BAP dem Open Flair den Rang abgelaufen. „Und warum: unser Geheimnis ist die Gemeinsamkeit und der Zusammenhalt. Und damit werden wir auf den Plesseturm wieder aufrichten.“

Der Festzug

Farbenfroh, gespickt mit vielen zündenden Ideen und jeder Menge Musik gestaltete sich der Festzug. Die Kindergärten der Kernstadt, von Heldra und Altenburschla riefen durch Aktuelles und Tradition immer wieder den Beifall der zahlreichen Besucher entlang der Straßen hervor, zeigten die Mädchen und Jungen der Wanfrieder Schulen nachhaltig auf, welche Lernfelder auch unterhalb des Plessefelsens abgedeckt werden. Was wird mit dem Plesseturm? Diese Frage warfen die sieben Zwerge auf, unter deren Mützen aber jene Männer versteckt waren, die handeln und nicht reden. Stets gut behütet unter dem Dach des VfL und der Mode, präsentierten sich die Gymnastikfrauen, hätten man sich gerne noch ein paar mehr Sportler gewünscht. Groß im Kommen in Wanfried ist der Feuerwehrnachwuchs: der, noch angeschoben von den Großen, mit Blaulicht und Sirenengeheul auf sich aufmerksam machte. Fesche Madln und Buam von den Hillis, der Angelsportverein und der Hafenverein sowie der Kultur- und Verkehrsverein dokumentierten Spaß und Freude am Vereinsleben. Dazu gesellten sich befreundete Schützenvereine und Feuerwehren sowie neun Kapellen und Musikzüge.

Der Frühschoppen

Am Montag öffnet das Festzelt um 10 Uhr seine Planen, spielen die Starlights zum Frühschoppen auf, ehe am Abend die Estanas zum Königsball mit dem neuen Schützenkönig bitten.

Von Dieter Möller

Bunter Festumzug zum Schützenfest in Wanfried

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