Wanfried verschickt 730 Briefe an ehemalige Bürger

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Tüteten alles fleißig ein: Alina Hobbie (von links), Jennifer Schäfer, Valerie Brakopp, Patricia Denker, Maria Kaufhold, Louis Auweiler, Beate Schröder und Kimberly Lorey. 

Wanfried. Rechtzeitig vor dem Wanfrieder Vogelschießen gingen in der vergangenen Woche erneut 730 Briefe aus der Brombeermannstadt auf Reisen. 

Mindestens einmal im Jahr wendet sich Bürgermeister Wilhelm Gebhard an ehemalige Wanfrieder, die aus privaten, beruflichen, familiären oder sonstigen Gründen im Laufe ihres Lebens in die Welt zogen.

„Die Adressdatei umfasst neben den ehemaligen Mitbürgern auch Menschen, die sich emotional mit Wanfried verbunden fühlen. Fast jede Altersgruppe ist dabei“, sagt Gebhard, „von 20-Jährigen, die sich im Studium befinden, bis hin zu Menschen weit über 90 Jahre“. Die Adressliste beschränkt sich nicht nur auf Deutschland oder Europa, sondern umfasst mittlerweile fast jeden Kontinent, so beispielsweise auch Nordamerika oder Australien.

Alle verbindet gleichermaßen die Freude über die Post aus der Heimat, die stets aktuelle Informationen über Wanfried und Umgebung bereithält. So zum Beispiel die traditionelle Einladung mit beiliegendem Festprogramm zum bevorstehenden Volks-, Schützen- und Heimatfest, welche gerade bei den Älteren schöne Kindheitserinnerungen wachrüttelt. Im aktuellen Schreiben wird auch auf den Veranstaltungskalender und das neue Gastgeberverzeichnis auf der Webseite der Stadt Wanfried verwiesen, auf die Ankunft der Flüchtlinge in Wanfried und die tolle Betreuung durch Ehrenamtliche, zudem auf die Investitionen zum Umbau des ehemaligen Wanfrieder Hofs zur Tagespflegeeinrichtung und auf den Neubau des Rewe-Markts. „Dass sich die Ehemaligen über die Post aus der Heimat sehr freuen, zeigen nicht nur die Reaktionen, die die Stadtverwaltung erhält, sondern auch die eingehenden Spendengelder, die die Empfänger der Briefe für das Porto bereitstellen“, sagt Gebhard.

Eine große Herausforderung ist es für die Verwaltung nach wie vor, die Adressliste aktuell zu halten. Hier sei man stetig auf Unterstützung der Bevölkerung beziehungsweise der Briefempfänger angewiesen. Es gebe immer mal wieder Fragen und Beschwerden darüber, warum ein Familienmitglied, welches verzogen sei, keine Post aus Wanfried erhält. „Das geht aber natürlich nur, wenn uns die Adressen auch bekannt sind“, sagt Gebhard.

Einen besonderen Dank richtet Gebhard an fünf Schülerinnen der Außenstelle der Anne-Frank-Schule sowie den Praktikanten der Stadtverwaltung, die beim Eintüten geholfen haben. „Ohne sie wäre die kurzfristige Umsetzung des Briefversands nicht möglich gewesen“, freut sich Gebhard über die kurzfristige Amtshilfe der Schule. (red/dir)

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