An der Wanfrieder Elisabeth-Selbert-Schule betreibt Rundfunk Meißner jetzt ein Studio

Themen recherchieren, Texte schreiben, Gäste interviewen: In der Radio-AG übernehmen die Schüler alle Aufgaben selbst. Foto: privat

Wanfried. Seit zwei Jahren existiert an der Gesamtschule in Kooperation mit Rundfunk Meißner eine Radio-AG ab der fünften Klasse. Seit einem halben Jahr gibt es zudem ein Sendestudio, das die Radio-Kids Wanfried jetzt mit einer Feierstunde eingeweiht haben.

Im Studio interviewen Lena, Lilli und Kimberley Wanfrieds Bürgermeister Wilhelm Gebhard zur Situation der Flüchtlinge in der Stadt der Brombeermänner. In der Redaktion nebenan recherchieren die beiden Nicos über die Musikschule Werra-Meißner und die Bedeutung, die Musik im Alltag der Menschen einnimmt. Geplant ist auch ein Interview mit Musikschul-leiter Ulrich Bernhardt. Tabea schreibt die Moderationstexte für ihre Sendung über die Vor- und Nachteile der vegetarischen Ernährungsweise. Ein ganz normaler Mittwochnachmittag im ehemaligen Musikpavillon der Elisabeth-Selbert-Schule in Wanfried.

Seit zwei Jahren existiert an der Gesamtschule in Kooperation mit Rundfunk Meißner eine Radio-AG ab der fünften Klasse und seit einem halben Jahr ein Sendestudio, das die Radio-Kids Wanfried jetzt mit einer Feierstunde eingeweiht haben.

Eindrucksvoll zeigten die Schüler ihren Gästen, wie leicht ihnen der Umgang mit Sendetechnik und journalistischen Grundfertigkeiten fällt. „Jedes Jahr hatten wir über 20 Schüler, die am Nachmittag freiwillig in der Schule blieben, um Radio zu machen. Das ist ein Wort“, sagt Lehrerin Stefanie Hohmann-Pelka, die das Projekt seitens der Schule mit viel Leidenschaft und Engagement unterstützt. Selbst vor Live-Sendungen, die von Wanfried aus möglich sind, schreckten die Radio-Kids Wanfried nicht mehr zurück.

Das Studio befindet sich im frei stehenden ehemaligen Musikpavillon. Es bietet vier Sprecherplätze, eine von den Schülern komplett selbst bedienbare Sendetechnik und lässt sich bei Bedarf auch schnell mal um- oder ausbauen.

Mit finanzieller Unterstützung der Maria-Katzer-Stiftung Wanfried, der Landesmedienanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien Hessen sowie Zuschüssen des Fördervereins der Schule und des Werra-Meißner-Kreises konnte der große L-förmige Raum in ein Studio und einen durch eine neu eingezogene Wand getrennten Redaktionsraum umgewandelt und in Zusammenarbeit mit RFM die nötige Technik und Schalldämmung beschafft werden. Hinzu kamen die vielen ehrenamtlichen Stunden des Hausmeisters der Schule, Achim Eich-holz, der Sekretärin Andrea Petri und der Mitarbeiter von Rundfunk Meißner, resümiert Schulleiter Eberhard Hohlbein, dem die Entwicklung der Medienkompetenz bei seinen Schülern besonders am Herzen liegt: „Die neuen Medien bringen viele Vorteile und neue Möglichkeiten mit sich, bergen aber auch Gefahren, über die wir unsere Schüler aufklären wollen.“

Und dies funktioniere nachweislich am besten über die Praxis. Ein Aspekt, den auch Landrat Stefan Reuß in seiner Rede herausstreicht. Beim Organisieren der Beiträge und Sendungen entwickeln die Schüler ihm zufolge auch wichtige soziale Kompetenzen. „Es ist nicht so einfach, fremde Menschen um ein Interview zu bitten. Bei uns machen das jetzt schon die Fünftklässler“, ergänzt Schulleiter Hohlbein stolz. Im kommenden Schuljahr will er das Radioangebot an seiner Schule weiter ausbauen. Zusätzlich zur Radio-AG wird ein WPU-Kurs angeboten.

Studio für alle Wanfrieder offen 

Das Studio steht aber auch allen Wanfriedern offen, die eine eigene Radiosendung gestalten möchten. Stefanie Müller, Geschäftsführerin von Rundfunk Meißner, betreut das Studio an der Schule technisch und inhaltlich. Für die Sommerferien sind bereits Ferienspiele geplant. Die Grundschule sei genauso angesprochen wie die Wanfrieder Vereine oder auch Jugendgruppen. (red)

Mehr zum Thema

Kommentare