Heimatfest der Brombeermänner

Wanfrieder feiern das traditionelle Vogelschießen

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Wanfrieder feiern das Vogelschießen

Wanfried. Strahlender Sonnenschein und stahlblauer Himmel bildeten am Samstag die Kulisse für die offizielle Eröffnung des 447. Wanfrieder Vogelschießens, dem Volks-, Schützen- und Heimatfest der Brombeermänner.

Drei nicht zu überhörende Böllerschüsse, der gekonnte Fassanstich des frischgebackenen Vaters und Schützenkönigs Siegfried Gebhard sowie zünftige Blasmusik der Werraspatzen zeigten auch dem letzten Wanfrieder auf: Wir haben Schützenfest.

Vor der Fachwerkkulisse von Rathaus und Hotel Zum Schwan trafen sich die Brombeermänner und ihre Gäste zum Bürgerschoppen und genossen zudem die Klänge der Marktmusiker aus Viktorsberg im Vorarlberg. Fanfarenklänge kündeten am Abend das Eintreffen des Brombeermanns mit seinen liebreizenden Elfen und mutigen Zwergen an, ehe Bürgermeister Wilhelm Gebhard der Wanfrieder Kultfigur den symbolischen Rathausschlüssel überreichte.

Während der Brombeermann in seiner Rede die Ereignisse des abgelaufenen Schützenjahres auf die Schippe nahm, wird man den Bürgermeister wohl schon bald beim Wort nehmen, der die Rückführung der Grundsteuer ankündigte, soweit es denn die Finanzen der Stadt zulassen.

Ideenreicher Festzug am Sonntag 

„Wir sind Feuer und Flamme für unsere Schule“ oder die einstige Extrabreit-Ode „Hurra, hurra, die Schule brennt“ – die Schüler der Wanfrieder Schulen sowie die Kindergärten haben sich was einfallen lassen, um den Festzug zum 447. Vogelschießen, der unter dem Motto 150 Jahre Freiwillige Feuerwehr stand, den entsprechenden Rahmen zu verleihen.

Selbst der Magistrat und die Stadtverordnetenversammlung zeigten Sinn für Realität und Humor, ist man parteiübergreifend „geschlaucht vom finanziellen Flächenbrand“, der die Kommune unter den Rettungsschirm, nicht nur von Thomas Schocke und seinen zum Verkauf angedachten Modellen, gezwungen hat. Und auch der einstige Eventmanager bekam sein Fett weg, dem seine Planungen vermutlich „zu heiß“ waren.

Einmal mehr eine Augenweide: die VfL-Damen in ihren flammenden Kostümen oder der Verkehrsverein als erster Sponsor der Blauröcke in historischen Kostümen. Musikalische Höhepunkte, acht Fanfaren- und Musikzüge aus der Region und aus Kirchberg in Österreich, gaben dem bunten Festzug mit fünf Abordnungen befreundeter Schützenvereine und dem Kreisvorstand den richtigen Ton. Auch in diesem Jahr kamen die Teilnehmer nicht ganz trocken auf dem Festplatz an. Doch der leichte Regen war bei den angenehmen Temperaturen leicht zu verschmerzen.

Von Dieter Möller

Vogelschießen in Wanfried

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