Wanfrieder Ferienspiele enden am Freitag

Üben, sich selbst zu verteidigen: die Kinder, die an den Ferienspielen in Wanfried teilnehmen. Auch Hosin-Sul stand auf dem Programm. Foto:  Wüstefeld

Wanfried. „Huu" tönt es mehrmals lautstark durch die Turnhalle. Von allen Seiten kommt der Ruf, mit jedem Mal wird er kräftiger. Doch er kommt nicht allein: Verbunden mit einem Tritt nach vorn schreien die Kinder ihn heraus.

Es sind Ferienspiele in Wanfried. Für zwei Wochen können Eltern ihren Nachwuchs jeden Wochentag an der Elisabeth-Selbert-Schule abliefern, bis zum Nachmittag gibt es dort dann Programm. Zusammengestellt haben das in diesem Jahr - wie auch schon in vergangenem - die evangelische Familienbildungsstätte Eschwege und die Wanfrieder Bündnisgruppe Bildung und Betreuung. Unter anderem haben sie Welf Lange kontaktiert, der die Hosin-Sul-Abteilung beim VfL leitet - und diese Art der Selbstverteidigung auch den Kindern anbietet, die an den Ferienspielen teilnehmen. Der laute Ruf „Huu“ gehört ebenfalls zum Kurs, den gut 25 Kinder mitmachten - obwohl nur gut zehn angemeldet waren.

„Das ist das Gute bei uns: Haben die Kinder plötzlich doch auf etwas Lust, können sie teilnehmen, auch wenn sie sich nicht schon im Vorfeld angemeldet haben“, sagt Katharina Köster, die die Ferienspiele in Wanfried zusammen mit ihrem Bruder Alexander hauptamtlich betreut. Alleine sind die beiden, die von der Familienbildungsstätte kommen, aber nicht: Gut 17 Ehrenamtliche, allen voran Claudia Meiß, verschaffen den Kindern unvergessliche zwei Wochen. „Einige hatten sich nur für die erste Woche angemeldet, die schon rum ist“, erzählt Meiß, „einige sind dann diese Woche aber doch wiedergekommen, weil es ihnen so gut gefallen hat.“

Wiedergekommen sind auch andere: Als Kinder noch als Teilnehmer bei den Ferienspielen, sind jetzt viele Jugendliche als Betreuer wiedergekommen - und begleiten die mehr als 50 Kinder, die sich in diesem Jahr für die Ferienspiele angemeldet haben, bei Mal- und Bastelaktionen, ins Maislabyrinth, zur Kegelbahn nach Aue, zur dortigen Wasserburg oder ins Radiostudio. Alle Aktionen stehen auch in diesem Jahr unter einem Motto: „Wir haben uns für Superhelden - Alltagshelden entschieden“, erzählt Köster. Sie selbst hat auch schon einen gefunden: Gisbert Wandt von der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr, der die Kinder bereitwillig von einem Ort zum nächsten fährt.

„Wir sind sehr dankbar für die ganze Unterstützung“, betont Wanfrieds Bürgermeister Wilhelm Gebhard, „denn wir wollen dieses Angebot natürlich trotz Schutzschirmes aufrechterhalten.“ Deshalb habe man sich innerhalb der Gremien auch schnell darauf geeinigt, eine mögliche Finanzierungslücke zu schließen - im vergangenen Jahr seien das immerhin 1500 Euro gewesen. (cow)

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