Weniger Geld von der Kirche für Kindergärten

+

Wanfried. Der Kirchenkreis plant, sein finanzielles Engagement als Träger der Kindergärten in Wanfried, zurückzuschrauben. Statt bisher 20 Prozent Zuschuss sollen es bald nur noch zehn Prozent sein.

Das berichtete Bürgermeister Wilhelm Gebhard am Montagabend während der Stadtverordnetenversammlung von Wanfried. Die Reduzierung ist für 2015 geplant. Betroffen sind die Kindergärten in Wanfried, Altenburschla und Heldra.

Der Kirchenkreis tritt bei allen drei Tagesstätten in Wanfried bisher als Träger auf. Die evangelische Tagesstätte am Plessefelsen in der Wanfrieder Ringstraße und der Kindergarten in Altenburschla werden dabei mit 20 Prozent der Kosten finanziert. Für den Kindergarten in Heldra kommt der Kirchenkreis bisher zu fünf Prozent auf.

Das soll sich ab 2015 ändern. Dann will der Kirchenkreis nur noch 12,5 Prozent bezahlen - dafür für alle drei Kindergärten. Langfristig will die Kirche ihre Beteiligung auf zehn Prozent reduzieren. Zum Vergleich: In der Gemeinde Meißner beteiligt sich der Kirchenkreis mit acht Prozent.

Für Wanfried bedeutet der Rückzug des Kirchenkreises finanzielle Einbußen. Nach wie vor ist die Kinderbetreuung der größte Einzelposten im kommunalen Haushalt. 481 000 Euro beträgt der Zuschuss, den die Stadt zusätzlich zu den Gebühren der Eltern und dem Zuschuss der Kirche zahlt, in diesem Jahr. Auf 504 000 Euro wird sich das Defizit 2014 ohnehin erhöhen. Zahlt die Kirche nur noch 12,5 Prozent, erhöht sich der Anteil der Stadt auf 536 000 Euro. Bei zehn Prozent sind es sogar über 550 000 Euro. Aufgrund der deutlichen Kostensteigerung wird es wohl dazu kommen, dass die Eltern in Zukunft mehr zuzahlen müssen.

Trotz der finanziellen Einbußen für die Stadt stellt sich die Trägerfrage nicht. „Wir haben in der Vergangenheit hervorragend mit dem Kirchenkreisamt zusammengearbeitet“, sagte Bürgermeister Gebhard am Montagabend. Den bis Ende 2014 laufenden Vertrag will die Stadt auf keinen Fall kündigen. Auf den Träger, die Stadt und die Eltern, so Gebhard, kämen in Zukunft schwierige Zeiten zu. Wie sich jetzt herausstellte, müssen die Heizungen in Wanfried und Altenburschla auch ausgetauscht werden.

Von Tobias Stück

Kommentare